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Politik Inland
06/21/2019

Doskozil mit Mord bedroht: Verdächtiger in U-Haft

Burgenländischer Landeshauptmann verständigte sofort die Polizei. 52-Jähriger bei Cobra-Einsatz festgenommen.

Nach einer Morddrohung gegen den burgenländischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) sitzt ein Verdächtiger in Eisenstadt in Haft. Der 52-Jährige war am Mittwoch bei einem Cobra-Einsatz an seiner Wohnadresse in der Oststeiermark festgenommen worden, bestätigte die Landespolizeidirektion Burgenland am Freitag Medienberichte.

"I ram eam auf die Seitn"

Am vergangenen Sonntag hatte laut Polizei ein zunächst unbekannter Mann bei einem Verwandten Doskozils angerufen und diesen, seine Familie sowie den Landeschef mit dem Umbringen bedroht, falls er die Polizei verständigen sollte. Dabei sollen auch Worte wie "I ram eam auf die Seitn" gefallen sein, berichtete die Gratiszeitung "Heute".

Der Landeshauptmann, selbst früher Polizeichef im Burgenland, habe den Vorfall umgehend gemeldet. Mittels Rufdatenerfassung wurde der 52-Jährige als Verdächtiger ausgeforscht. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Eisenstadt nahmen ihn Cobra-Beamte Mittwochnachmittag fest.

"Gott sei Dank glimpflich ausgegangen"

Für Doskozil sei die Angelegenheit "keine einfache Situation" gewesen, er habe nach der Drohung sofort die Polizei verständigt, betonte ein Sprecher des Landeshauptmannes am Freitag gegenüber der APA. Doskozil habe sein Programm dennoch "normal weitergemacht", er habe "höchstes Vertrauen" in die Polizei. Im Endeffekt sei der Vorfall "Gott sei Dank glimpflich ausgegangen".

U-Haft beantragt

Der 52-Jährige wurde in die Justizanstalt Eisenstadt gebracht.  Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt ermittelt wegen schwerer Nötigung. Gegen den Verdächtigen ist die Untersuchungshaft verhängt worden. Das gab die Staatsanwaltschaft Eisenstadt am Freitagnachmittag gegenüber der APA bekannt.

Bei dem 52-jährigen Steirer bestehe "Tatbegehungs- und Verdunkelungsgefahr". Das Motiv für die Morddrohung ist unterdessen weiter unklar. Dazu könne man noch keine Angaben machen, die Ermittlungen laufen, betonte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.