Die Affäre um das Ibiza-Video zieht immer weitere Kreise

© APA - Austria Presse Agentur

Politik Inland
10/05/2019

Wenige Tage vor Ibiza-Affäre auf Neuwahlen gewettet: Soko ermittelt

Einem Wettanbieter kam ein höherer Einsatz verdächtig vor. Es gab Hausdurchsuchungen, Verdacht auf Mitwisserschaft bisher nicht erhärtet.

Die Sonderkommission zur Ibiza-Affäre ermittelt wegen einer Wette auf vorgezogene Neuwahlen, die kurz vor Bekanntwerden des Ibiza-Videos im Mai bei einem Online-Wettanbieter gesetzt wurde, berichtet das Ö1-Morgenjournal. Der Anbieter erstattete daraufhin Anzeige, die "Soko Ibiza" nahm Ermittlungen auf. Auch fanden Hausdurchsuchungen bei den beiden Betroffenen sowie deren Arbeitsstellen statt.

Insgesamt sollen die beiden Wiener 1.150 Euro auf vorgezogene Neuwahlen gesetzt haben. Laut deren Anwalt setzten sie allerdings nicht die gesamte Summe auf das Jahr 2019, sondern auf mehrere Jahre verteilt, berichtete Ö1. Der Wettanbieter erstattete dann Anzeige auf Betrug (wegen möglichen Insider-Wissens).

Anwalt: Hat nichts mit Ibiza zu tun

Der Anwalt der beiden Männer betonte laut Ö1, dass die beiden mit dem Ibiza-Video nichts zu tun gehabt hätten. Sie seien schlicht davon ausgegangen, dass es bald Neuwahlen gibt, weil es zu dieser Zeit in der türkis-blauen Regierung bereits "gekriselt" hätte. Zudem sei eine Wettquote von 1:20 durchaus verlockend, so der Anwalt.

Ö1 berichtete, der Verdacht soll sich auch nicht erhärtet haben, auch wenn die Ermittlungen derzeit noch weiter laufen. Der Anwalt hat gegen die Hausdurchsuchungen beim Oberlandesgericht Beschwerde eingebracht.

Ein Mann bei SPÖ, der andere bei ÖVP

Laut ORF-Radio ließ der Wettanbieter auch ein "Dossier" anlegen, in dem Facebook- und Instagram-Verbindungen der beiden Betroffenen dargestellt wurden. Daraus lasse sich auch ein Kontakt zwischen einem der Männer und der SPÖ ablesen. Der Anwalt der beiden Verdächtigten habe allerdings darauf hingewiesen, dass der zweite Mann ÖVP-Mitglied sei.

Prominenter Anwalt lediglich als Zeuge einvernommen

Österreich berichtete wiederum, dass eine "Spur" zur SPÖ-Gruppe "Sektion ohne Namen" führe. Einer der Mitbegründer dieser Gruppe, der 2017 an wählbarer Stelle für die SPÖ bei der Nationalratswahl kandidiert hatte, sei im Zuge der Causa auch einvernommen worden. Dieser bestätigte auf Anfrage der APA seine Einvernahme, betonte aber, dass er lediglich als Zeuge geladen wurde und dass der einzige Konnex die erwähnte Mitgliedschaft eines der beiden Männer bei der "Sektion ohne Namen" gewesen sei. Außerdem verwies auch er darauf, dass es sich lediglich um eine Wette gehandelt habe. Das Ibiza-Video selbst habe mit diesem Verfahren nichts zu tun.

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