Politik | Inland
21.11.2018

Kurz verlieh Maler Arik Brauer Großes Goldenes Ehrenzeichen

Arik Brauer warnte in seiner Rede unter anderem vor durch Migration aus dem arabischen Raum importierten Antisemitismus.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat am Dienstagabend dem Künstler Arik Brauer vor dem am Mittwoch stattfindenden Antisemitismus- und Antizionismus-Kongress in Wien das Große Goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich verliehen.

Er dankte dem 1929 in Wien geborenen jüdischen Maler, Grafiker und Sänger dafür, dass er auch der jüngeren Generation seine Erfahrungen aus der Zeit des Nationalsozialismus und des Holocausts weitergebe. Arik Brauer warnte in seiner Rede bei dem Festakt im Naturhistorischen Museum unter anderem vor durch Migration aus dem arabischen Raum importierten Antisemitismus: "Die Araber haben ein Problem mit uns, und wir eines mit ihnen."

Brauer beklagte in seiner teilweise auf Hebräisch gehaltenen Rede auch, dass die israelische Politik oft missverstanden werde. "Israel-Bashing ist ein Volkssport in Europa. Aber Israel braucht Europa und Europa braucht Israel."

Antisemitismuskonferenz in Wien

Handbuch gegen Antisemitismus

DIe EU-Konferenz startet heute (10 Uhr) mit der Präsentation eines "Handbuchs gegen Antisemitismus". Die türkis-blaue Bundesregierung will damit ein Zeichen zur "Sicherung des jüdischen Lebens in Europa" setzen. Erwartet werden Spitzenvertreter jüdischer Organisationen, Experten sowie EU-Spitzenpolitiker.

Angekündigt haben sich etwa die Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses (WJC), Ronald Lauder, sowie des Europäischen Jüdischen Kongresses (EJC) sowie Spitzenvertreter der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem und der Anti-Defamation League (ADL). Auch EU-Justizkommissarin Vera Jourova, EVP-Fraktionschef Manfred Weber und der ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin wollen an einer von zwei Podiumsdiskussionen in den Wiener Börsensälen teilnehmen. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte seine Teilnahme wegen der Regierungskrise in seinem Land kurzfristig absagen müssen.

Der EU-Ratsvorsitz wird von Bundeskanzler Sebastian Kurz, Bildungsminister Heinz Faßmann und die Staatssekretärin Karoline Edtstadler (alle ÖVP) vertreten. Österreich will bei der Konferenz auch mögliche Schlussfolgerungen des EU-Ratsvorsitzes für den Kampf gegen Antisemitismus und Antizionismus vorstellen. Kritik an der Konferenz übten die Palästinenser, weil diese auch "übermäßige und unverhältnismäßige Kritik" an Israel als antisemitisch einstuft.