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Politik Inland
01/07/2020

Kogler kam "oben ohne" - wie einst Sebastian Kurz

Wer trug was bei der Angelobung? Von der wichtigsten Nebensache bei einer Regierungsbildung.

von Christian Böhmer

Der Spruch ist abgeschmackt, natürlich, aber trotzdem stimmt er irgendwie: Kleider machen Leute. Immer noch. Und so gesehen ist die Angelobung ein vortrefflicher Anlass, um auf die kleidungstechnischen Details der Angelobten zu achten. 

Bei den Herren gibt es de facto nur ein "Accessoire", um sich abzuheben oder zu unterscheiden: die Krawatte.

Grünen-Chef und Neo-Vizekanzler Werner Kogler tat, was sein Regierungspartner Sebastian Kurz schon einst bei der Angelobung als Staatssekretär konsequent durchgezogen hat: Er verzichtete ganz auf den traditionellen Halsschmuck.

Auffallend oft griffen die Mitglieder der türkis-grünen Bundesregierung zu einem blauen Teil: Allen voran Bundeskanzler Sebastian Kurz, der - mit knappem Knoten - zu seinem dunkelblauen Anzug eine etwas hellere Krawatte wählte.

Noch heller gab es Gernot Blümel, Karl Nehammer mochte es ein wenig dunkler. Doch es wäre verwegen, in den Krawatten der ÖVP-Männer mehr zu sehen als bloße Kleidungsstücke. Denn auch Bildungsminister Heinz Faßmann trug Blau. Und der ist mit den Freiheitlichen und deren Politik ja zeitlebens nie so richtig warm geworden.

Grüne Krawatten, auch das sei bemerkt, suchte man bei der Angelobung vergeblich. Aber die sind auch auch tatsächlich gewöhnungsbedürftig - und nur selten staatstragend.

Apropos: Stilsicher, ja fast royal, gab sich Rudi Anschober - er kam mit einer purpurnen Krawatte.

Doch jetzt zu den weiblichen Regierungsmitgliedern: 

Aus der Gruppe heraus stach - zumindest für das ungeschulte Auge - Margarete Schramböck. Die neue, alte Wirtschaftsministerin war nicht ganz in Weiß, aber doch in Creme - und das unterschied sie von ihren Amtskolleginnen. 

Christine Aschbacher und Susanne Raab hielten's klassisch, also dunkler Blazer mit weißer Bluse. Justizministerin Alma Zadic zog einen roten Blazer über ihr schwarzes Shirt und während Verteidigungsministerin Claudia Tanner beim Sakko zwar auf einen Grünton, aber eben nicht auf das militärische Olive, sondern auf Petroleum vertraute, wurde Caroline Edtstadler ihrem Ruf gerecht. Sie trug konsequent nur zwei Farben: Türkis waren Armschmuck und Ohrgehänge, schwarz der Rest des Outfits.

Die Bunteste, und das ist dann auch irgendwie passend, war Ulrike Lunacek: Zu ihrem schwarzen Kleid trug sie eine auffallende Halskette. Zwar nicht leuchtend, aber doch in fast allen Farben des Regenbogens. 

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