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Politik | Inland
06/18/2019

Global 2000-Geschäftsführerin will für Grüne antreten

Grünen-Chef Kogler will Leonore Gewessler, die politische Geschäftsführerin von Global 2000, an prominenter Stelle haben.

Dass Parteichef Werner Kogler die Grünen in die Nationalratswahl führen wird, ist seit einigen Tagen klar. Am Dienstag verkündete er weitere Vorstellungen dazu bei einer Pressekonferenz. An seiner Seite trat Leonore Gewessler auf, die politische Geschäftsführerin der Umweltschutzorganisation Global 2000. Der Grüne Bundesvorstand und Kogler schlagen die 36-jährige für eine Stelle ab Platz 2 auf der Liste vor - ähnlich dem Vorgehen, das bei der EU-Wahl mit Sarah Wiener erfolgreich war. 

Kogler begründete, er habe Gewessler um die Kandidatur gebeten, weil die Grünen sich in Richtung der Zivilgesellschaft öffnen wollen: "Wir wollen eine Bündnispartei für die vielen sein, eine Bewegung, die sich verbreitert und öffnet." Kooperationen mit NGOs und Zivilgesellschaft würden deshalb im Zentrum der neuen Grünen stehen. Der erste Schwerpunkt in diesem Wahlkampf sei dabei nun die Umwelt- und Klimaschutzpolitik.

"Wir waren früher einmal Umweltmusterland, jetzt sind wir zurückgefallen", befand Kogler zum Thema. "Diese Wahl wird nicht nur, aber auch eine Klimawahl werden. Die nächsten 10 Jahre sind entscheidend, aber man muss das ja nicht erleiden. Nicht erleiden, sondern mit Leidenschaft gestalten", sagte Kogler. Er sehe in der Reaktion auf die Klimakrise viele Chancen für die Wirtschaft, für Arbeitsplätze, für die Mobilität. "Zukunft wird aus grüner Sicht mit Mut gemacht. Radikal in den Analysen und real in der Umsetzung", sagte der Grünen-Chef. Man wolle auch gegen die "Unterlassungstäterschaft in der Bundesregierung" antreten. Kogler erinnerte an "Strafzahlungen von bis zu 10 Milliarden Euro", die Österreich bei weiterer Untätigkeit drohen würden.

Gewessler lobte die "mutigen Signale" der Grünen für eine Öffnung. Sie erinnerte an ihre Arbeit bei Global 2000 im Umweltschutz, aber auch gegen Atomkraftwerke und TTIP und CETA. Zu ihrer Kandidatur sagt sie: "Warum mache ich das? Die nächsten 10 Jahre werden im Klimaschutz ausschlaggebend. Die Lösungen der Wissenschaft lägen auf den Tisch. Ein Beispiel: "Jeder Euro der in den Öffi- statt Flughafenausbau gesteckt wird, bringt doppelt und dreifach was."

In der österreichischen Politik fehle oft das Geld für den Klimaschutz, gleichzeitig gebe das Land aber fünf Milliarden Euro im Jahr an klimaschädlichen Subventionen aus, sagte Gewessler. Es mangle "mutige, ambitionierte Klimapolitik in Österreich. Damit wir diese Kurve kratze, braucht es starke Grüne im Nationalrat. Jetzt ist der Zeitpunkt für ökologisch und sozial gerechte Politik."