© Kurier/Jeff Mangione

Politik Inland
06/07/2019

Kickl gegen Sobotka: Niederösterreich dürfte BVT-Schlachtfeld werden

Zwei Ex-Innenminister könnten im Nationalratswahlkampf aufeinandertreffen.

von Daniela Kittner, Martin Gebhart

Ex-Innenminister. Der Nationalratswahlkampf könnte in Niederösterreich besonders hart ausfallen. Aus der FPÖ-Niederösterreich ist zu hören, dass der freiheitliche Ex-Innenminister Herbert Kickl als Spitzenkandidat auf der blauen Landesliste im Gespräch ist.

Kickl ist geborener Kärntner, wohnt aber seit geraumer Zeit in der Wienerwald-Gemeinde Purkersdorf. Nun soll Kickl Niederösterreichs Blaue in die Nationalratswahl führen.

Ihm gegenüber wird mit ziemlicher Sicherheit ebenfalls ein Ex-Innenminister kandidieren: Wolfgang Sobotka. Inzwischen ist Sobotka zum Ersten Nationalratspräsidenten aufgestiegen, doch er ist nach wie vor in Niederösterreich stark verankert. Sobotka war auch 2017 Listenführer der ÖVP in seinem Heimatbundesland. ÖVP-Chef Sebastian Kurz hat gegenüber dem KURIER bestätigt, dass er beabsichtige, bei der Nationalratswahl 2019 mit den gleichen Listen anzutreten wie 2017.

 

Mikl-Leitner konnte sich an viele Fälle nicht mehr erinnern

 

Nicht zuletzt tummelt sich in Niederösterreich eine dritte Ex-Innenministerin: Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

Sollte es tatsächlich zur Konfrontation der Ex-Innenminister kommen, wird der Wahlkampf in Niederösterreich zur Verlängerung des BVT-Ausschusses, nur mit härteren Bandagen. Kickl wirft bekanntlich der ÖVP ein „schwarzes Netzwerk“ im Innenressort vor und beschuldigt die ÖVP-NÖ, seine, also Kickls Ablöse beziehungsweise die Neuwahl statt der Fortführung von Türkis-Blau betrieben zu haben.

Die ÖVP-Niederösterreich wirft Kickl vor, das Innenministerium für parteipolitische Zwecke genutzt zu haben, indem er etwa Ausländerfeindlichkeit schürte.

Niederösterreich war für die Freiheitlichen stets ein hartes Pflaster. In allen anderen Bundesländern schossen ihre Stimmengewinne mehr und leichter in die Höhe als im Land unter der Enns. Inzwischen hat die FPÖ auch personell ein Problem – der prominenteste Niederösterreicher, Ex-Klubobmann Walter Rosenkranz, kandidiert nicht mehr für den Nationalrat, sondern wird kommende Woche für sechs Jahre zum Volksanwalt gewählt.