Claudia Bauer: Ukrainerinnen lernen am fleißigsten Deutsch
Wie läuft die Integration ukrainischer Vertriebener in Österreich, vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs? Sehr positiv, wie Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) und Franz Wolf, Direktor des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF), am Donnerstag in einer Pressekonferenz befinden.
Was die Teilnahme an Deutschkursen betrifft, seien "ukrainische Vertriebene mit Abstand die fleißigste Gruppe" unter den Zuwanderern, betont Bauer. Ukrainerinnen würden deutlich mehr Deutschkurse als Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte in Anspruch nehmen. Bereits die Hälfte der Vertriebenen sei erwerbstätig, neun von zehne Arbeitslose seien arbeitssuchend.
Kaum Rückkehr-Pläne
Laut Wolf halten sich mittlerweile 94.000 Ukrainerinnen und Ukrainer in Österreich auf. Rund 60 Prozent seien Frauen, 30 Prozent Kinder. "Seit 2022 wurden rund 90.000 Kursplätze von ukrainischen Vertriebenen in Österreich in Anspruch genommen", sagt Wolf. 80 Prozent der Vertriebenen seien sehr zufrieden mit den Deutschkursen. "Es zeigt ich, dass die Vertriebenen die Angebote sehr gut in Anspruch nehmen."
Wolfs Fazit: Vertriebene aus der Ukraine würden die Integrationsangebote intensiv nutzen und schnell hohe Sprachniveaus erreichen. Und: Nur noch zwei Prozent der Ukrainerinnen würden eine baldige Rückkehr planen, 60 Prozent hätten gar keine Rückkehrpläne.
Da die Integration offensichtlich gut läuft: Sollten ukrainische Vertriebene dann nicht gleich in Österreich bleiben? Selbstverständlich brauche man fleißige Menschen in Österreich, sagt Bauer. "Gleichzeitig braucht die Ukraine diese Menschen, um am Wiederaufbau dieses Landes zu arbeiten." Man müsse auch alle Gesprächskanäle nach Moskau offen halten, um ein baldiges Kriegsende zu erwirken.
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