Karner verkündet sechste Abschiebung nach Afghanistan
In der Nacht auf Montag hat Österreich einen weiteren Afghanen ohne Bleiberecht über Istanbul nach Kabul abgeschoben. Die Übergabe erfolgt vor Ort durch Vertreter österreichischer Behörden, heißt es aus dem Innenministerium von Gerhard Karner (ÖVP). Es handelt sich um die sechste direkte Abschiebung eines Afghanen seit Herbst 2025. "Verurteilte Straftäter und Menschen ohne Bleiberecht werden abgeschoben, auch nach Syrien und Afghanistan", sagt Karner.
Der 30-jährige Afghane hatte im Spätsommer 2022 in Österreich einen Asylantrag beantragt, der negativ entschieden wurde. Vor wenigen Tagen wurde er von Finanzbehörden bei einer nicht angemeldeten Erwerbstätigkeit ("Schwarzarbeit") angetroffen. In der Folge verhängten die Behörden Schubhaft.
Der kürzlich im Ministerrat beschlossene Asylpakt bilde eine wesentliche Grundlage für weitere Rückführungen, meint Karner. Weitere Abschiebungen nach Afghanistan sind laut Innenministerium bereits in Vorbereitung. Menschenrechtsorganisationen verweisen indes auf die weiterhin angespannte Sicherheitslage im Land, das seit 2021 de facto wieder von den islamistischen Taliban regiert wird.
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