INTERVIEW MIT HEINZ-CHRISTIAN STRACHE

© APA/ROBERT JAEGER / ROBERT JAEGER

Politik Inland
09/24/2019

Ibiza-Affäre: Straches ehemaliger Bodyguard verhaftet

Bodyguard soll wichtiger Informant für die Ibiza-Video-Falle und auch für die aktuelle Spesen-Affäre sein.

Die nächste spektakuläre Entwicklung in der Causa Strache: Heinz-Christian Straches Ex-Bodyguard, der ein wichtiger Informant für die Ibiza-Video-Falle und auch für die aktuelle Spesen-Affäre gewesen sein soll, wurde laut Informationen der Kronenzeitung von der Soko Ibiza verhaftet. Eine Bestätigung der Staatsanwaltschaft Wien gibt es allerdings noch nicht. Nach einer Razzia in den Nachtstunden soll um 23.30 Uhr die Verhaftung stattgefunden haben.

Die Rolle des Ex-Leibwächters, der momentan ein aktiver Polizist sein soll, ist seit einigen Jahren eine sehr dubiose: Es heißt, er handle aus persönlicher Enttäuschung über seinen Ex-Chef Strache.

Mastermind hinter Ibiza-Video?

Der Ex-Bodyguard soll Mastermind hinter dem Ibiza-Video sein, weil er die Gewohnheiten des Ex-FPÖ-Chefs bestens kannte und wusste, wie man Johann Gudenus und Strache in die Falle locken kann.

Laut Presse war der enge Vertraute von Strache trotz einer schweren Krankheit von dem Spitzenpolitiker fallengelassen worden. Demnach versuchte der Mitarbeiter bereits damals, sich zu rächen. Der Security hatte jahrelang belastendes Material über Strache und andere freiheitliche Politiker gesammelt, heißt es. Bereits vor einigen Jahren wollte er Beweise veröffentlichen, laut Standard wandte er sich mit Geldforderungen an die Behörden. Weil darauf niemand reagierte, habe man sich etwas anderes überlegen müssen, beschreibt die Presse die Version der Ibiza-Video-Hintermänner.

Seit Jahren sammelt der nun verhaftete Ex-Bodyguard belastendes Material über Strache. So auch die üppigen Spesenabrechnungen, die nun zu Ermittlungen wegen Untreue gegen den Ex-Vizekanzler geführt haben. Bereits im Jahr 2015 wollte er sein Material weitergeben, verlangte aber Geld dafür. Das war für die Staatsanwaltschaft ein Deal, auf den sie sich nicht einlassen konnte.

FPÖ-Bezirksrat

Der Betreffende ist auch nach dem kolportierten Zerwürfnis mit Strache weiter für die FPÖ im Einsatz gewesen. Er ist Bezirksrat der FPÖ. Das wurde der APA am Dienstag auf Anfrage in der Landespartei bestätigt. Es handle sich um einen langjährigen Mitarbeiter, hieß es zunächst. 

 

Am Nachmittag reagierte man dann auf die aktuellen Entwicklungen. Der Vorstand der Wiener FPÖ beschloss einstimmig den Parteiausschluss des ehemaligen Personenschützers von Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Neben den strafrechtlichen Ermittlungen der Behörden werde die interne Sonderprüfung zu den anonym erhobenen Vorwürfen "selbstverständlich gründlichst" fortgeführt, hieß es.

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