Neues Kreuz: Kickl gibt sich als gläubiger Christ

Freiheitlicher Parteichef will mit Zimmerschmuck im Klub das christliche Erbe betonen.
Kickl beim Landesparteitag in OÖ

Eigentlich ist sie ja eher anders, die FPÖ. Zumindest was die eigene Geschichte angeht. Aus der Freiheitsbewegung der 1848-er Jahre entstanden, sind das dritte Lager und die Freiheitlich seit jeher traditionell durchaus antiklerikal geprägt. Über Jahrzehnte hinweg stand man der katholischen Kirche mit kritischer Distanz gegenüber.

Mit Herbert Kickl hat sich das - optisch wie rhetorisch - verändert. "Euer Wille geschehe" ließ Kickl im Nationalratswahlkampf plakatieren. Ein eindeutiger Anklang an das "Vater unser", wofür Kickl von Kirchenvertreter auch gerügt wurde. Und am Freitag posierte der Freiheitliche Parteichef nun mit einem gesegneten Holzkreuz. "Der christliche Glaube gehört zu unserer österreichischen Identität", erklärt Kickl. Und eben deshalb habe man ein gesegnetes Kreuz für das Klubsitzungszimmer der FPÖ besorgt - die Partei wolle sich "zu diesem Erbe bekennen".

Ein wenig erinnert das Bild auf Instagram an Kickls Vorgänger Heinz-Christian Strache: Der frühere Vizekanzler und FPÖ-Chef schaffte es 2009 in die internationalen Medien, als er mit einem Holzkreuz im EU-Wahlkampf Stimmung gegen ein muslimisches Kulturzentrum machte. "Abendland in Christenhand", lautete damals die Forderung der Freiheitlichen. 

Sowohl der damalige Bundespräsident als auch der Erzbischof von Wien, Kardinal Christoph Schönborn, übten heftige Kritik an Strache. Heinz Fischer deshalb, weil es in Österreich zum allgemeinen Konsens gehöre, Politik und Religion im gegenseitigen Respekt fein säuberlich zu trennen. Schönborn kritisierte vor allem die Instrumentalisierung des Kreuzes. Dieses sei ein "Zeichen der Versöhnung und der Feindesliebe" und dürfe nicht als "Kampfsymbol gegen andere Religionen missbraucht werden". 

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