Strache attackiert Kickl: Wenig Arbeit trotz 10.000 Euro Gehalt plus Spesen

Um sich zu verteidigen, erzählt der frühere FPÖ-Chef auf 81 Seiten von Luxus-Uhren und Badehosen um 347 Euro.
„Novomatic zahlt alle“, sagte Strache im Ibiza-Video.

Heinz-Christian Strache geht in die Offensive: Nachdem dem früheren FPÖ-Chef und Vizekanzler vorgeworfen wird, Parteigeld veruntreut und ein Luxusleben geführt zu haben, spielt der einstige Parteichef den Ball zurück an den heutigen FPÖ-Chef Herbert Kickl und andere Freiheitliche wie den EU-Abgeordneten Harald Vilimsky und Wiens Parteichef Dominik Nepp.

In einer 81 Seiten starken Stellungnahme, die im Standard thematisiert worden ist, bezichtigt Strache die Genannten, ihrerseits Parteigeld veruntreut zu haben. 

So wird Kickl zwischen den Zeilen de facto als faul beschrieben. Im Unterschied zu ihm, Strache, der in Wahlkampfzeiten rund um die Uhr und auf Abend- und Wochenendveranstaltungen unterwegs gewesen sei, habe das Arbeitspensum des damaligen Generalsekretärs Kickl damit nicht mithalten können. Dessen Arbeitstag, so heißt es im Schriftsatz, habe "oft zwischen 16 und 18 Uhr geendet" - und das bei einem "Monatssalär von netto über 10.000 Euro netto plus Spesen".

Badehosen um 347 Euro

Die nunmehr umstrittenen Ausgaben, zu denen beispielsweise zwei Badehosen um 347 Euro gehören, die sich Strache auf Parteikosten besorgt haben soll (er selbst bestreitet das, Anm.), waren aus Sicht des früheren Parteichefs nachgerade nötig. 

Laut Strache war und ist es nämlich üblich, dass Parteichefs in Sachen Kleidung und Ausstattung Tiptop unterwegs sind. So hätten letztlich auch die beiden Generalsekretäre Kickl und Harald Vilimsky festgehalten, dass es Straches Job als FPÖ-Obmann war, "als öffentliche Marke" im Dauereinsatz, und rund um die Uhr präsent zu sein.

Abgesehen davon verweist Strache darauf, dass die thematisierten Spesen partei-intern geprüft und genehmigt worden sind. 

Anders gesagt: Die Parteigremien haben abgesegnet, dass die FPÖ Geld für die Ausstattung ihres Parteichefs aufwendet.

Luxus-Armbanduhr

Bemerkenswert sind die Stellen, an denen Strache auf konkrete Gegenstände zu sprechen kommt: Ein von der FPÖ gekauftes Camping-Equipment (Geschirr, Gaskartuschen,  -kocher, Lampe) sei Teil des "parteilichen Teambuildingseminars" gewesen, bei dem auch Kickl dabei war. Und dass die FPÖ Strache für seinen 40.Geburtstag eine Luxus-Armbanduhr kaufte, sei "üblich gewesen". Auch Kickl hätte bei ähnlichen Anlässen eine Berg-Ausrüstung, Hilmar Kabas eine Reise nach Nepal und Ex-Parteichef Norbert Hofer einen Familienurlaub auf die Malediven bekommen. Zumindest Letzteres ist strittig. Hofer erklärte gegenüber dem Standard, die FPÖ habe den Familienurlaub zwar gebucht, er selbst habe diesen aber bezahlt. Die FPÖ will sich zur Causa vorerst nicht im Detail äußern - die Wahrheitsfindung erfolge bei Gericht. 

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