Politik | Inland
04/29/2019

Hacking: Was in Österreich zu holen ist

Cyberkriminalität. Besonders heimisches Know-how werde zu stehlen versucht, warnen Experten

Mit dem Fortschreiten der Digitalisierung steigt auch die Gefahr, ins Visier von kriminellen Hackergruppen zu kommen. Das betrifft kleine Tischlerbetriebe genau so wie Österreichs größte Unternehmen. Derzeit wird im Bundeskanzleramt eine Liste erstellt mit jenen heimischen Betrieben, die zur „kritischen Infrastruktur“ des Landes zählen, also die von wesentlicher Bedeutung für die Aufrechterhaltung wichtiger gesellschaftlicher Funktionen sind – von der Elektrizität zur Telekommunikation bis zur Gesundheitsversorgung. „Eine Reihe heimischer Betreiber von kritischer Infrastruktur sind sich dieses Risikos genau bewusst, und machen auch viel, um ihre Systeme zu schützen“, sagt Ulrich Fleck, Geschäftsführer der aus Österreich stammenden und weltweit tätigen SEC Consult Gruppe im SchauTV-Gespräch.

Aber: „Österreichische Firmen sind allein schon deshalb Ziel von kriminellen Hackern, weil wir viele hochprofitable Unternehmen haben, wo es etwas zu holen gibt, die berühmten „Hidden Champions“ (unbekannte Weltmarktführer, Anm.). Da geht es oft weniger darum, einen finanziellen Schaden anzurichten, sondern mehr um das wertvolle Know-how“, warnt der Experte.

Der weltweite Trend werde weiter in Richtung Digitalisierung aller Wirtschafts- und Lebensbereiche gehen, doch nicht überall sei angekommen, dass man sich auch schützen müsse. „Früher wurden auch Kraftwerke ohne IT betrieben, inzwischen sind alle auch digitalisiert worden. Damit können zwar vermehrt menschliche Fehler reduziert werden, auf der anderen Seite habe ich eine größere Abhängigkeit vom Funktionieren der Computersysteme.“ Und Sicherheit in der IT sei längst eine grundsätzliche Anforderung an Software und Hardware.

Das, was man früher als Anforderungen an eine IT-Sicherheit gelegt hat – etwa Virenschutz und Firewall – sei „Stand von vor 20 Jahren“.

Wobei der Experte einräumt: Einen hundertprozentigen Schutz gebe es nie, Ziel sei, es den Angreifern durch gezielte Investitionen so schwer wie möglich zu machen, „dann hält sich auch der Schaden in Grenzen.“