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Politik Inland
06/08/2019

Gewerkschaftstag: Rote Gewerkschafter kritisieren Parteispitze

Wegen Absenz von Rendi-Wagner und Drozda zeigte sich der oberste Postbusgewerkschafter "enttäuscht von Bundesvertretung".

Kritik an der SPÖ-Parteispitze hat der oberste Postbusgewerkschafter Robert Wurm (FSG) geübt. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner sei beim Gewerkschaftstag der Post- und Fernmeldebediensteten vergangenen Dienstag trotz Einladung fern geblieben. Sie habe sich zwar entschuldigt und zugesagt, dass Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda kommt - aber weder er noch sein Stellvertreter hätten sich eingefunden.

Sehr viele seien daher "enttäuscht von unserer Bundesvertretung gewesen", beklagte Wurm in einer der APA vorliegenden E-Mail an die Genossen. Beim Gewerkschaftstag der GPF, der alle vier Jahre stattfindet, waren laut Wurm 250 Funktionäre der GPF (Post, Postbus, Telekom, Austro Control) sowie viele Ehrengäste gekommen. Dabei wurden die Gewerkschaftsgremien für die kommenden fünf Jahre bestellt.

"Würde Ludwig nie passieren"

Wurm meinte in der E-Mail bezüglich des Nichterscheinens der Bundesparteispitze lakonisch: "Aber egal, wir laufen für diese Wahl (Nationalratswahl 29. September 2019, sic!) für unsere Familien, Arbeitskolleg/innen und Freunde, den ÖGB und die Arbeiterkammer, damit sie den Respekt bekommen, den sie verdienen. Nur festhalten möchte ich, bei der Wiener Landespartei unter unserem Bürgermeister Michael Ludwig würde so etwas nie passieren." Dieser sei "mit uns Fsglerinnen" nicht nur freundschaftlich verbunden, sondern könne "immer auf uns zählen".

Gegenüber der APA hieß es am Freitag aus der Bundespartei, dass die Parteichefin "terminliche Gründe" gehabt habe. Es gab von ihr auch eine "persönliche Entschuldigung", hieß es. Die E-Mail von Wurm wollte man nicht weiter kommentieren, da man sie nicht kenne.