Politik | Inland
24.05.2018

Gewalt an Schulen: Faßmann will umfassende Erhebung

Bildungsminister will "Präventionsarbeit ausweiten". Verhaltensvereinbarungen an allen Schulen.

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) will eine umfassende Erhebung zu Übergriffen und Konflikten an Schulen und setzt auf eine flächendeckende Umsetzung von Verhaltensvereinbarungen an den Schulen. Darin sollen auch "Sozialdienste" zur Wiedergutmachung ermöglicht werden, so Faßmann in einer Aussendung. "Dienste an der Gemeinschaft werden forciert."

Dabei soll es primär um "Peer-Group-Dienste" wie etwa Nachhilfe für jüngere Schüler gehen, hieß es aus dem Ministerium gegenüber der APA. Auch Reinigungsdienste seien möglich, allerdings nur, wenn sie in unmittelbarem Zusammenhang mit der sanktionierten Tat stehen.

"Präventionsarbeit ausweiten"

Mit der Statistik der bei der Polizei angezeigten Gewaltdelikte an Bildungseinrichtungen will sich Faßmann nicht zufriedengeben. "Die Problematik ist nicht nur mit Anzeigen zu erfassen, sie ist umfassender. In Zusammenarbeit mit den zuständigen Bildungsbehörden in den Ländern soll nun eine umfassende Erhebung zu Übergriffen und Konflikten an Schulen und Bildungseinrichtungen erfolgen. Darauf aufbauend werden wir die Präventionsarbeit ausweiten."

Das soll primär über die Verhaltensvereinbarungen an den Schulen erfolgen. Diese sind derzeit auf freiwilliger Basis möglich und werden in den jeweiligen schulpartnerschaftlichen Gremien zwischen Eltern und Lehrern bzw. den Schülern festgelegt und in der Hausordnung festgehalten. "Mein Ziel ist die flächendeckende Ausrollung der derzeit freiwillig erstellten Verhaltensvereinbarungen an allen Schulen mit der Vorgabe von standardisierten Prozessen durch das Ministerium", so Faßmann. Darin könnten die Sozialdienste "im Sinne einer vertretbaren und angemessenen Wiedergutmachung generell ermöglicht werden".

Der Rucksack, den unsere Lehrerinnen und Lehrer bereits jetzt schultern, ist schwer, wir dürfen nicht noch weiter anfüllen.

Bildungsminister Faßmann

Dazu sollen die Möglichkeiten der Schulbehörden zum Einschreiten besser geregelt werden."Die Direktionen werden in Zusammenarbeit mit den Schulen Krisen- und Interventionspläne ausarbeiten. Die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schulaufsicht und Schulpsychologie sollen schneller als bislang eingreifen wenn es zu Problemen kommt." Allerdings dürfe man von der Schule nicht die Lösung aller gesellschaftlichen Probleme verlangen. "Der Rucksack, den unsere Lehrerinnen und Lehrer bereits jetzt schultern, ist schwer, wir dürfen nicht noch weiter anfüllen."