Birgit Gerstorfer

© Kurier / Jeff Mangione

Politik Inland
08/19/2021

Gerstorfer: "Gefährdete Menschen, die mit EU kooperiert haben, aus Afghanistan holen“

Oberösterreich SPÖ-Chefin Birgit Gerstorfer ist für Flüchtlingsaufnahme, Beibehalten von Gratis-Tests und gegen jede Art von Impfpflicht.

von Raffaela Lindorfer

Im Rahmen einer Interviewreihe mit den Spitzenkandidaten zur oö. Landtagswahl sprachen wir mit SPÖ-Chefin Birgit Gerstorfer

KURIER: Wiens Bürgermeister Ludwig möchte Menschen aus Afghanistan holen. Was halten Sie davon?

Birgit Gerstorfer: Das unterstütze ich. Da geht es um Menschen, die mit der EU zusammengearbeitet haben, wo ein Vertrauensverhältnis da ist. Es geht auch um Menschen, die sich für Frauenrechte eingesetzt haben, und die jetzt gefährdet sind. Da hat die Staatengemeinschaft eine Verantwortung.

Ihre Parteichefin Pamela Rendi-Wagner hat zuletzt nur von „Hilfe vor Ort“ in den Nachbarländern gesprochen. Reicht das?

So weit man Hilfe vor Ort leisten kann, ist das auch ein Aspekt. Aber wenn man die emotionalen Bilder sieht, lautet jetzt die große Frage: Wer kann überhaupt ausreisen?

Bei der Landtagswahl kämpfen Sie um den zweiten Platz mit der FPÖ – an diese hat Ihre Partei 2015 viele Stimmen verloren. Wie wollen Sie die zurückholen?

Viele haben wir schon zurückgeholt, viele warten vielleicht noch, was wir ihnen anbieten. Wir wollen mit drei Themen punkten: Bildung, Pflege und Arbeitsmarkt.

Klimaschutz gehört nicht zu den Prioritäten?

Natürlich sind wir dafür, dass möglichst wenig Boden versiegelt wird, und natürlich wollen wir neue Antriebstechnologien und vermeiden, dass mit Öl oder Gas geheizt wird. Das steht alles in unserem Programm. Aber wenn man hinschaut, wer den meisten -Ausstoß hat, dann sind das die Reichen. Klimaschutz ist eine zutiefst soziale Frage.

Brauchen wir Impfpflicht für Gesundheitsberufe?

Aus meiner Sicht ist das nicht notwendig. Wir haben ein gutes Sicherheitskonzept für die Beschäftigten, und man sieht an den Infektionszahlen, dass das funktioniert. Ich glaube, dass man durch eine Impfpflicht Beschäftigte verlieren würde, und wir haben schon jetzt Arbeitskräftemangel in der Pflege.

Aber kommt man mit dem Testen wirklich durch auf die Dauer? Es heißt ja, jeder Ungeimpfte wird irgendwann an Corona erkranken.

Wir haben gute Erfahrungen mit den 3-G. Ich möchte das so fortsetzen. Auch die Tests müssen kostenlos bleiben. Solange es ein gutes Testangebot gibt, soll der Test eine Möglichkeit sein, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Wenn es doch zu einer Impfpflicht käme, bräuchte es eine bundesweite Lösung und keinen Länder-Fleckerlteppich.

In Oberösterreich ist die Impfquote am niedrigsten, wie erklären Sie sich das?

Leider ist Oberösterreich nicht sehr ambitioniert beim Impfen. Wir fordern eine Anlaufstelle, wo man sich jederzeit informieren kann. Und man muss die Impfung zu den Menschen bringen.

Sind Sie geimpft?

Ich bin genesen und geimpft. Ich vertraue den Ärzten, wenn sie sagen, impfen ist der richtige Weg.

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