"Gecko" rĂŒckt wieder aus

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Politik Inland
01/15/2022

Gecko empfiehlt Anpassung der Teststrategie

Laut Beratungsgremium soll es eine Priorisierung bei PCR-Tests und eine Wiederaufnahme der Wohnzimmer-Tests geben.

Das Corona-Beratungsgremium Gecko empfiehlt in seinem am Samstag veröffentlichten "Reporting" bei einer Überlastung der PCR-TestkapazitĂ€ten eine Test-Priorisierung. Diese soll vor allem die Bereiche Pflege, Schulen und den kritische Versorgungsbereich betreffen. Auch könnten die "Wohnzimmer"-Antigentests vorĂŒbergehend wieder aufgenommen werden. Die Regierung prĂŒft die Empfehlungen, Kanzler Karl Nehammer will die PCR-KapazitĂ€ten ausbauen und zusĂ€tzlich auf Antigen-Tests setzen.

Voraussetzung fĂŒr die Wiederaufnahme der weniger genauen "Wohnzimmer"-Antigentests sei, dass die QualitĂ€t der Tests ausreichend gut sei, heißt es in dem Reporting. Die Anwendung sei bei extrem hohen Fallzahlen dort möglich, "wo PCR-KapazitĂ€ten nicht ausreichen". Voraussetzung sei eine ausreichende SensitivitĂ€t und SpezifitĂ€t auch fĂŒr die Omikron-Variante, vorzugsweise fĂŒr Rachenabstriche. Um eine missbrĂ€uchliche Anwendung zu vermeiden, mĂŒsse eine entsprechende Identifizierung der Testperson sichergestellt sein, ebenso die Ausstellung eines Zertifikates mit einem QR-Code.

Auch "auf Antigen-Tests setzen"

Der erste "Executive Report" des Gecko-Gremiums wurde am Samstag den Mitgliedern der Bundesregierung vorgelegt, gab das Kanzleramt bekannt. Bundeskanzler Nehammer (ÖVP) erklĂ€rte dazu, man habe versprochen, evidenzbasiert zu handeln und die Lage regelmĂ€ĂŸig durch die Gecko-Experten analysieren zu lassen, genau das sei geschehen. Das Gesamtbild zeige, "dass wir es mit einem steigenden Infektionsgeschehen, aber einer niedrigen Hospitalisierung zu tun haben". Dies hĂ€tten die Prognosen so vorhergesagt, "genau so ist es eingetreten".

Die beiden "SchlĂŒssel" zur BekĂ€mpfung der Omikron-Welle bleiben laut dem ÖVP-Chef "weiterhin die Booster-Impfungen und umfangreiches Testen". Daher werde man "natĂŒrlich die PCR-KapazitĂ€ten ausbauen, aber auch dort, wo es notwendig und sinnvoll ist, in den nĂ€chsten Wochen zusĂ€tzlich auf Antigen-Tests setzen". Die Umsetzung dieser Maßnahme werde derzeit vom Gesundheitsministerium geprĂŒft.

Gesundheitsminister Wolfgang MĂŒckstein (GrĂŒne) sagte, die Bundesregierung werde in einem nĂ€chsten Schritt "die von Gecko angeregte ErgĂ€nzung der bisherigen Teststrategie prĂŒfen". "Dort, wo sinnvoll und notwendig, können zum Beispiel Antigentests einen Beitrag zur Entlastung der bestehenden PCR-Testsysteme leisten."

Beim Infektionsgeschehen bewege sich Österreich derzeit "trotz stark steigender Zahlen im Rahmen der Prognosen", so der Gesundheitsminister. Bei der Auslastung der SpitĂ€ler sei man aktuell "leicht unter den erwarteten Zahlen". "Die Strategie, mit klaren Maßnahmen zur Abflachung der Omikron-Welle beizutragen, funktioniert."

Zuvor hatten sich am Freitag sowohl Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer als auch die oberösterreichische Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander (beide ÖVP) dafĂŒr ausgesprochen, die "Wohnzimmer"-Antigen-Selbsttests wieder zuzulassen. Am Samstag zeigte sich auch der KĂ€rntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) offen fĂŒr derartige Schritte: "Insbesondere dort, wo es Probleme mit PCR-Tests gibt - was auch nicht immer im Einflussbereich der BundeslĂ€nder liegt - sollte man jedenfalls Wohnzimmertests ermöglichen", hieß es aus seinem BĂŒro auf APA-Anfrage. Ein Wohnzimmertest sei "jedenfalls besser als gar kein Test". Zustimmung dazu kam am Samstag auch aus der Steiermark: "FĂŒr die Dauer einer zu erwartenden Überlastung der PCR-Angebote ist die Wiederaufnahme von Antigen-Wohnzimmertests eine sinnvolle Erweiterung der TestkapazitĂ€ten", erklĂ€rte die steirische GesundheitslandesrĂ€tin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) gegenĂŒber der APA.

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