Kritik am AMS

© KURIER/Gerhard Deutsch

Flüchtlinge
12/05/2015

ÖVP drängt auf gemischte AMS-Kurse

Geschlechtergetrennte AMS-Kompetenzchecks für Menschen aus arabischem Raum sorgen für Aufregung.

Nach der Kritik von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) an den geschlechtergetrennten Kompetenzchecks des AMS für Zuwanderer aus dem arabischen Raum bleibt die ÖVP bei ihrer ablehnenden Haltung.

"Regelkurse, die für alle gelten, muss man auch gemeinsam absolvieren", erklärte der Nationalratsabgeordnete Johann Rädler in einer Aussendung am Samstag. Hier dürfe es keine Trennung mehr nur für Arabisch und Farsi sprechende Teilnehmer geben.

Die aktuelle Flüchtlingssituation bringe vor allem auch im Bereich der Integration große Herausforderungen mit sich. Unser aller Ziel müsse sein, die österreichischen Werte ab der ersten Minute zu vermitteln und auch einzufordern, so Rädler.

Die Gleichstellung von Frau und Mann gehöre zu diesen Grundwerten. Geschlechter-getrennte Kurse seien hier kontraproduktiv.

Bereits am Donnerstag hat ÖVP-Generalsekretär Peter McDonald in einer Aussendung wissen lassen, dass es Ziel sein müsse, "unsere österreichischen Werte ab der ersten Minute zu vermitteln und auch einzufordern. Die Gleichstellung von Frau und Mann gehört zu diesen Grundwerten. Die Kritik von Integrationsminister Sebastian Kurz an den geschlechtergetrennten Kursen des AMS Wien für Araber ist daher völlig berechtigt", sagte er. ÖVP-Wien-Chef Gernot Blümel sprach gar von einem "Verrat unserer Grundwerte".

Unterstützung fand die Kritik von der FPÖ. SPÖ und Grüne wiederum kritisierten Kurz für seine Aussagen. Das AMS verteidigt das Vorgehen.

Auch Rosa Logar, Leiterin der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt, verteidigt die Geschlechtertrennung in den AMS-Kursen . Wie Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) und der Österreichische Frauenring hält Logar spezifische Kurse zur Förderung weiblicher Flüchtlinge für sinnvoll.

Logar zeigte sich über Aussagen von Minister Kurz "bestürzt". Sie verwies auf internationale Bestimmungen wie etwa die Istanbul-Konvention, die spezifische Maßnahmen zur Frauenförderung vorsehen. "Wir wissen, dass sich Frauen, auch österreichische, leichter tun, wenn sie Schulungs- und Lernräume haben, wo sie mit Frauen sprechen können und ihr Selbstbewusstsein stärken", so die Leiterin der Interventionsstelle. Sie hofft, dass Kurz seine Kritik revidiert.

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