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Politik Inland
03/19/2019

Faßmann will den Klimaschutz auch im Ethik-Unterricht behandeln

Wegen der Klimakrise wurde eine #FridaysForFuture-Abordnung von Minister Köstinger und Faßmann und von Bundespräsident Van der Bellen empfangen

von Bernhard Gaul

An den kommenden drei Freitagen (22. März, 29. März und 5. April) sind wieder Schüler-Demonstrationen im Rahmen des #FridaysForFuture angemeldet – wieder um fünf vor 12 Uhr. Was die Frage (vorerst) beantwortet, ob der große Schülerprotest zur Klimakrise vom vergangenen Freitag eine einmalige Aktion war. Die Demos würden nämlich erst aufhören, sagen die Initiatoren, wenn Österreichs Klimapolitik „im Einklang mit dem 1,5°C-Ziel des Klimaabkommens von Paris“ sei. Das würde allerdings „schnelle, weitreichende und beispiellose Maßnahmen“ erfordern.

Am Montag hatte der Klimastreik ein politisches Nachspiel. Eine Abordnung besuchte zuerst die für die Klimapolitik hauptverantwortliche „Nachhaltigkeitsministerin“ Elisabeth Köstinger, danach ging es in den Leopoldinischen Trakt der Hofburg zu Bundespräsident Alexander Van der Bellen, und zuletzt noch zu einer Verhandlungsrunde mit Bildungsminister Heinz Faßmann. Angefragt wurde auch ein Termin bei Bundeskanzler Sebastian Kurz und bei Finanzminister Hartwig Löger.

Besonders der erste Termin bei Köstinger hatte nicht die besten Voraussetzungen: Köstinger hatte in einem Video erklärt, dass sie sich „wirklich sehr freue, dass vor allem auch junge Menschen uns in diesem Kampf für mehr Klimaschutz unterstützen“. Die Klima-Streiker fühlten sich damit von Köstinger „für ihre Zwecke“ instrumentalisiert und antworteten scharf: „Wir kämpfen ganz klar gegen ihre (Köstingers, Anm.) Untätigkeit.“ Nach dem Treffen war aus Köstingers Kabinett nur zu erfahren, dass es ein „gutes Gespräch“ gewesen sei, und man „großes Interesse am Dialog mit der Jugend“ habe.

Unterstützung sagte den Klima-Streikern Bundespräsident Van der Bellen zu, und er äußerte auch Verständnis für die Proteste. „Es geht vor allem um Ihre Zukunft“, sagte Van der Bellen. Der Klimawandel sei „die größte Bedrohung für die Menschheit“ und betreffe vor allem die jungen Leute. Van der Bellen: „Bei den Klimazielen für 2050 bin ich 106 Jahre alt, das werde ich wahrscheinlich nicht mehr erleben, Sie aber schon.“

Konkret wurde es im Bildungsministerium. Da ging es etwa um die Forderung der Jugendlichen, die Problematik der Klimakrise verstärkt in den Lehrplan zu integrieren. „Diese Forderungen kommen zur richtigen Zeit, weil wir die Lehrpläne gerade umarbeiten. Es geht nicht nur um Fächer wie Biologie und Umweltkunde, sondern auch um andere Fächer wie Ethik, aber auch Mathematik und Physik wurden genannt.“ Faßmann unterstützt auch ein weiteres Anliegen der Initiatoren, wonach „Wissenschaft und Politik ins Arbeiten“ kommen sollten.

Dass die Anliegen der jungen Klimaschützer legitim seien, daran habe er, Faßmann, nie einen Zweifel gelassen, betonte der Minister nach dem Treffen. „Es ist das Recht und das Privileg und vielleicht auch die Verpflichtung der Jugend, sich über die eigene Zukunft Gedanken zu machen.“