Strache nimmt auch seine Ehefrau Philippa in Schutz

© APA - Austria Presse Agentur

Politik Inland
10/19/2019

Facebook-Aus für Polit-Paar Strache, Streit mit FPÖ ist noch nicht vorbei

Blauer Scheidungskrieg: Bevor sie Strache alleine bekommt, dreht die FPÖ lieber die reichweitenstarke Seite des Ex-Chefs ab.

von Bernhard Gaul

Wie viel Geld genau und wie viele Arbeitsstunden die Freiheitlichen im vergangenen Jahrzehnt in den Facebook-Webauftritt von Heinz-Christian Strache gesteckt haben, lässt sich kaum erahnen.

Seit Freitag, kurz vor Mitternacht, ist die Fanseite samt der 786.000 „Fans“ vorerst Geschichte. Im Streit um den gefallenen Ex-Chef, wem die Seite gehört und wer diese administrieren darf, beschloss die FPÖ, die Seite offline zu nehmen: Weil sie zwar eigentlich der FPÖ gehört, aber Strache „meine individuellen Persönlichkeitsrechte“ verletzt sah und die Nutzungsrechte gegen die FPÖ einklagen will.

Auch die von der FPÖ gemanagte Facebook-Seite von Straches Frau Philippa wurde am Samstag eliminiert. Diese hatte im Vergleich – 31.000 Follower – nur wenige Fans.

Beide Seiten wurden nicht gelöscht, sind aber bis zur endgültigen rechtlichen Klärung vom Netz.

Heinz-Christian Straches Reaktion darauf heizt Spekulationen an, dass der 50-Jährige mit eigener Liste bei der Wien-Wahl 2020 antreten könnte: „Jedes Ende ist ein neuer Anfang. Keine Sorge, ich komme nicht nur auf der Facebook-Fanseite wieder“, schreibt er auf seinem privaten Facebook-Profil mit 51.000 Followern.

Inzwischen verdichten sich Gerüchte, dass Philippa Strache ihr Nationalratsmandat annehmen wird. Der FP-Klub wird sie nicht aufnehmen – Strache wird also „wilde“ Abgeordnete. „Ehrlich gesagt ist das für uns kaum noch Thema“, sagt FPÖ-Chef Norbert Hofer zum KURIER.

Der juristische Streit wegen der Facebook-Seite bleibt jedenfalls spannend, denn die große Fangemeinde, auch wenn bei Weitem nicht alle fast 800.000 „Follower“ echte „Fans“ sind, bleiben als mediale Zielgruppe relevant.

Die Fans waren auch teuer „erkauft“: Zumindest 700.000 Euro soll die FPÖ noch im Vorjahr investiert haben. Die Blauen waren über viele Jahre mit großem Abstand in den „sozialen Medien“ am erfolgreichsten. Straches FPÖ hatte damit eine Medienplattform mit enormer Reichweite und Schlagkraft, deren Klaviatur er beherrschte und seine Mitarbeiter meisterlich bespielten.

Das Interesse an Facebook hat allerdings zuletzt deutlich nachgelassen, auch wenn es noch immer das erfolgreichste soziale Netzwerk ist. Jugendliche sind kaum mehr auf dieser Plattform, im Trend sind inzwischen Seiten und Apps wie WhatsApp, Telegram, YouTube, TikTok oder Instagram.

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