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Politik Inland
08/07/2019

Edtstadler: Von Brüssel auf die Ministerbank?

Die EU-Parlamentariern vertritt Kurz im TV - ein Indiz für eine Rückkehr nach Wien

von Johanna Hager, Ingrid Steiner-Gashi

Geht es nach Peter Pilz, so „kneift“ Sebastian Kurz, weil der ÖVP-Chef die ORF-Konfrontation mit dem Liste Jetzt-Spitzenkandidaten jemand anderem überlässt. Der logische Ersatz für Kurz wäre wohl Elisabeth Köstinger, die ehemalige Landwirtschaftsministerin und jetzige Nummer Zwei auf der ÖVP-Bundesliste. Oder Ex-Kanzleramtsminister Gernot Blümel. Doch der ÖVP-Spitzenkandidat schickt eine Frau ins TV-Studio, die gar nicht für die Nationalratswahl kandidiert: Karoline Edtstadler.

 

Geht es nach ÖVP-Insidern sowie Beobachtern in Brüssel, steckt hinter dem Duell Karoline Edtstadler – Peter Pilz weit mehr. Ein klares Indiz dafür nämlich, dass die ehemalige Staatssekretärin im Innenministerium unter der Führung von FPÖ-Mann Herbert Kickl und die nunmehrige türkise Nummer Zwei in Brüssel bald wieder nach Wien wechseln könnte.

 

Und zwar nach der Nationalratswahl und auf die Ministerbank für die Volkspartei als Ministerin für Justiz, Inneres oder – nach Vorbild Deutschland – Landesverteidigung. „Die Karo kann das“ heißt es seitens langjähriger politischer Vertrauter in ihrer Heimatstadt Salzburg, Parteigängern in Wien und Kennern in Brüssel zum KURIER. „Sie hat jedenfalls Zeug zur Ministerin“. Für viele hat(te) die 38-Jährige bereits das (Rüst)zeug zur EU-Kommissarin. Doch dieser Karrieresprung wurde durch die Folgen der Ibiza-Affäre – die Entlassung der Regierung Kurz – zunichte gemacht.

Johannes Hahn wurde von der Regierung Brigitte Bierlein stattdessen zum dritten Mal als Österreichs Kommissar-Kandidat nominiert, vom Parlament einstimmig bestätigt und nach Brüssel entsendet.