Politik | Inland
05.09.2018

Dritte Staffel im Eurofighter-Krimi

Ab heute untersuchen die Abgeordneten den Verdacht auf Schmiergeldzahlungen beim Jet-Ankauf

Die unendliche Geschichte geht weiter. Es ist der dritte Anlauf, den dubiosen Ankauf der Eurofighter-Jets endlich aufzuklären. Dementsprechend ausbaubar ist noch das mediale Interesse am Untersuchungsausschuss.

Dabei könnte es bei der dritten Staffel des Eurofighter-Krimis wirklich spannend werden. Denn dieses Mal stehen die Schmiergeldzahlungen im Mittelpunkt.

Zur Erinnerung: Ex-SPÖ-Verteidigungsminister Hans-Peter Doskozil brachte eine Klage gegen den Airbus-Konzern ein, weil eine Taskforce des Heeres-Ministerium zu dem Schluss kam, dass in den Kaufpreis Schmiergeldzahlungen von über 180 Millionen Euro eingepreist wurden. Die Staatsanwaltschaft griff den Ball auf und ermittelt nun.

„Das wird der „Wo war mei Leistung“-Untersuchungs-Ausschuss. Denn Österreich hat 183,4 Millionen Euro gezahlt und nichts dafür bekommen“, kündigt Peter Pilz an, der seit mehr als zehn Jahren an dieser Causa arbeitet. Der Aufdecker behauptet, dass er den gesamten Schmiergeldfluss rekonstruiert hat.

Auf zwei Zeugen freut sich Pilz schon fast „diebisch“: Den früheren Magna-Manager Siegfried Wolf und den Lobbyisten Hubert Hödl, die am 13. September aussagen müssen. Die beiden ließen im letzten U-Ausschuss vor gut einem Jahr ihre Befragungstermine zu den umstrittenen Gegengeschäften rund um den Jet-Kauf platzen. Weil der U-Ausschuss im Sommer wegen der Neuwahlen vorzeitig beendet werden musste, konnten sie nicht mehr geladen werden.

Die größten Summen flossen über Vector Aerospace, eine von Walter Schön kontrollierte Gesellschaft. Der Rüstungslobbyist soll am 20. September im Ausschuss befragt werden. „Schön wird hoch spannend werden“, so Pilz.

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