Wiederkehr: Österreichs Schulen bekommen "Mittleres Management"
Eine Fachkräftestrategie und ein mittleres Management für Schulen: Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ), Bildungsminister Christoph Wiederkehr und Finanz-Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) haben am Mittwoch im Ministerrat zwei neue Maßnahmen präsentiert.
Der Arbeitsmarkt sei massiv von der Digitalisierung betroffen, sagt Schumann eingangs. 456.196 Menschen waren in Österreich im Jänner laut AMS ohne Job oder in Schulung. Die Arbeitslosenquote lag bei 8,8 Prozent – und stieg den 34. Monat in Folge. "Digitalisierung darf keine Verliererinnen und Verlierer schaffen", sagt die SPÖ-Ministerin. Der Schlüssel, um diesen Umbruch zu bewältigen, heiße Qualifizierung.
Fachkräftestrategie ab März
Schumann verweist unter anderem auf die Aktion 55+, die 3.000 bis 6.000 Arbeitsplätze für Personen ab 55 Jahren schaffen soll. Für die Aktion 55+ stehen heuer und 2027 je 50 Millionen Euro zur Verfügung. Ab März wolle man zudem eine Fachkräftestrategie erarbeiten. Wie im Regierungsprogramm vorgesehen, soll die künftige Fachkräftestrategie drei Säulen aufweisen, nämlich eine Qualifizierungsoffensive, die Stärkung der Lehre und die Hebung des Potenzials internationaler Fachkräfte als ergänzende Maßnahme.
Lehrkräfte als Manager
Weiterer Punkt: "An österreichischen Schulen führen wir ab dem kommenden Schuljahr ein mittleres Management ein", sagt Wiederkehr. Dafür werden 20 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr investiert. Das neue "Mittlere Management" soll die Schulen, die etwa durch Migration und Digitalisierung vor immer komplexeren Herausforderungen stünden, entlasten. Gleichzeitig schaffe man für jene Lehrer, die für Managementaufgaben freigestellt werden, eine neue Aufstiegsmöglichkeit, so Wiederkehr.
Der Schwerpunkt liege auf den Pflichtschulen, wo es im Vergleich zu den Gymnasien noch wenig Unterstützungspersonal gebe. Ab dem Schuljahr 2026 erhalten die Schulen zusätzlich Stunden für Lehrkräfte. Für kleine und mittelgroße Schulen bis 13 Klassen sollen es bis zu sechs Wochenstunden sein (das entspricht zwölf Arbeitsstunden, Anm.), bei großen Schulen zehn bis 15 Wochenstunden. Die Aufgaben können dabei von der Schulleitung auf bis zu vier Lehrkräfte am Standort aufgeteilt werden.
Jeder Euro, der in Qualifizierung und Bildung investiert werde, habe positive Auswirkungen auf die Gesellschaft, betont Eibinger-Miedl. Vor allem bei der Lehre sei vielen nicht bewusst, wie erfolgreich Österreich hier im internationalen Bereich sei.
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