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Politik Inland
01/26/2020

Burgenland-Wahl: Gut gelaunter Doskozil wählte in Oberwart

Landeshauptmann: Mit "Plus vor dem Ergebnis" wäre die Wahl gewonnen.

Ein gut gelaunter Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) hat sich am Sonntag nach der Stimmabgabe in Oberwart den wartenden Journalisten präsentiert. Doskozil wählte mit seiner Lebensgefährtin Julia im Wahlsprengel 4 der südburgenländischen Bezirkshauptstadt. Beim Wahllokal traf er auch auf die Dritte Landtagspräsidentin Ilse Benkö (FPÖ) und den Oberwarter Stadtchef Georg Rosner (ÖVP).

Auf Doskozil warteten bereits zahlreiche Journalisten, Fotografen und Kameraleute. Schon beim Aussteigen aus dem Dienstauto auf dem Parkplatz gegenüber dem Wahllokal klickten die Auslöser der Kameras. Die Kälte und der tief hängende Nebel schienen die Laune des Landeschefs nicht zu trüben. Er sei "mit einer sehr guten Stimmung" zum Wählen gekommen, versicherte Doskozil. Eine persönliche Anspannung sei natürlich vorhanden, "aber das ist eine positive persönliche Anspannung."

Er habe am Samstag das Güssinger Faschingskabarett besucht, das sei unterhaltsam gewesen, er habe danach sehr gut geschlafen, beantwortete der Landeshauptmann Journalistenfragen. Er hoffe, dass es spannend werde und dass die SPÖ nach diesem Wahltag ein gutes Ergebnis haben werde, sagte Doskozil. Er habe immer gesagt: "Die Wahl ist gewonnen, wenn wir ein Plus vor dem Ergebnis haben und das gilt auch am heutigen Tag."

"Wir werden uns überraschen lassen und ich freue mich wirklich auf diesen Tag, wie er verläuft", meinte der Landeschef. "Für mich ist es das erste Mal, das in dieser Art und Weise erleben zu dürfen und ich bin guter Hoffnung und guter Stimmung", stellte er fest. Angesprochen auf die Bundes-SPÖ meinte Doskozil, dies sei heute nicht Thema: "Heute beurteilen wir das burgenländische Ergebnis, das steht für mich heute im Vordergrund."

SPÖ hofft auf lange ersehnten "richtigen" Sieg

Für die SPÖ könnte die Landtagswahl im Burgenland am Sonntag den lang ersehnten "richtigen" Erfolg unter der Obmannschaft von Pamela Rendi-Wagner bringen. Zwar gab es im vergangenen Oktober bei der Landtagswahl in Vorarlberg ein kleines Plus (+0,69 Prozentpunkte), die übrigen drei Wahlen unter der aktuellen Bundesparteivorsitzenden gingen aber allesamt verloren - und das teils kräftig.

Das jüngste herbe Wahldebakel für die Roten setzte es bei der Landtagswahl in der Steiermark Ende November des vergangenen Jahres. Damals verlor die SPÖ ganze 6,27 Prozentpunkte und musste einen historischen Landes-Tiefststand von 23,02 Prozent hinnehmen.

Auch bei der Nationalratswahl im September zuvor fuhr die Partei eine heftige Schlappe ein: Das Minus von 5,68 Prozentpunkten bedeutete im Resultat das schlechteste Bundes-Ergebnis überhaupt: Nur 21,18 Prozent der Stimmen entfielen auf die Sozialdemokratie. Damit unterbot die SPÖ sogar den erst im Mai davor bei der EU-Wahl eingefahrenen roten Rekord-Tiefststand auf Bundesebene von 23,89 Prozent (bei einem kleinen Minus von 0,2 Prozentpunkten).

Derzeit liegt die SPÖ in vier Bundesländern im historischen Tief. Neben der Steiermark ist das auch in Oberösterreich der Fall, wo die Partei 2015 infolge der Flüchtlingskrise mit 18,37 Prozent (-6,57) unter die 20er-Marke fiel. In Wien erzielte sie bei der letzten Wahl 2015 erstmals weniger als 40 Prozent der Stimmen (39,59 Prozent mit einem Minus von 4,75 Prozentpunkten). Und in Salzburg rutschte sie 2018 auf den Tiefststand von 20,03 (-3,78).

Im Burgenland bedeutet das Wahlergebnis 2015 das zweitschlechteste Resultat in der Zweiten Republik (nur 1949 lag man noch darunter). Das Minus von 6,34 Prozentpunkten brachte ein Abrutschen auf 41,92 Prozent.

Auf diesen Wert will Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil am Sonntag auf jeden Fall etwas drauflegen, die Umfragen attestieren diesem Vorhaben durchaus Erfolgsaussichten, wenngleich es bei einem kleinen Plus bleiben dürfte. Dennoch: Sollte Doskozil das Ergebnis halten oder sogar etwas verbessern können, dann könnte die SPÖ das als Befreiungsschlag interpretieren.

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