Bischöfe trafen mit FPÖ-Spitze zum Austausch zusammen

FPÖ Bischofskonferenz Herbert Kickl
Das Treffen bildete den Auftakt zu einer Reihe von Begegnungen mit den im Parlament vertretenen Parteien.

Zu einer nicht unspannenden Begegnung kam es am Donnerstag im Wiener Erzbischöflichen Palais: Vertreter der Österreichischen Bischofskonferenz (Biko) trafen mit einer Riege hochrangiger FPÖ-Politiker zusammen. Gespräche zwischen Kirche und im Parlament vertretenen Parteien finden seit einigen Jahren statt – das jüngste Treffen bildete den Auftakt der Reihe in dieser Legislaturperiode; begonnen wurde, wie meistens, mit der stärksten Fraktion, aktuell eben die FPÖ.

Kirchlicherseits nahmen an dem Gespräch der Biko-Vorsitzende, Salzburgs Erzbischof Franz Lackner, sein Stellvertreter, der Linzer Bischof Manfred Scheuer sowie dessen steirischer Amtskollege Wilhelm Krautwaschl teil; dazu kamen noch Biko-Generalsekretär Peter Schipka sowie der Präsident des Katholischen Laienrats, der Arbeits- und Sozialrechtler Wolfgang Mazal. Die FPÖ war durch Parteichef Herbert Kickl, den nö. Landeshauptfrau-Stellvertreter und stellvertretenden Bundesparteiobmann Udo Landbauer, die beiden Generalsekretäre Michael Schnedlitz und Christian Hafenecker, sowie durch Klubobmann-Stellvertreterin Susanne Fürst und Nationalrat Christian Schandor repräsentiert.

Auffällig ist, dass die anwesenden Bischöfe aus Diözesen stammen, in deren Ländern die FPÖ an der Regierung beteiligt ist. Allerdings war Lackner in seiner Funktion als Vorsitzender dort und Scheuer als dessen Stellvertreter. Die beiden sowie der Generalsekretär sind sowieso immer dabei, den anderen Bischöfen ist es freigestellt, daran teilzunehmen. Ob die Tatsache, dass die Steiermark einen blauen Landeshauptmann hat, Krautwaschl dazu bewogen hat, an dem Gespräch teilzunehmen, kann nur spekuliert werden.

„Glaube, Hoffnung, Liebe“

Aufgrund der Vertraulichkeit dieses Gesprächsformats wird über die Inhalte nichts bekannt. Klar ist aber, dass das Verhältnis zwischen Kirche und FPÖ kein ganz friktionsfreies ist. Zuletzt war es im Herbst zu einem Streit gekommen, als Lackner dem FPÖ-Chef parteipolitische Instrumentalisierung von Religion vorwarf: Kickl hatte unter Bezugnahme auf Paulus davon gesprochen, der Bevölkerung „Glaube, Hoffnung und Liebe“ zurückgeben zu wollen. Dem hielt der Erzbischof entgegen: Glaube, Hoffnung und Liebe seien Grundtugenden für alle Christgläubigen, „wenn aber versucht wird, diese Tugenden in das Korsett der Parteipolitik zu zwängen, so droht aus Glaube Zweifel, aus Hoffnung Angst und aus Liebe Hass zu werden“. Worauf Kickl wiederum ankündigte, mit Lackner „ein Henderl rupfen“ zu wollen. Auch das Verhalten der Kirche während der Pandemie wurde von der FPÖ als zu „regierungshörig“ kritisiert – und in puncto Migration liegt man ebenso weit auseinander.

Nach dem Gespräch am Donnerstag sprachen indes beide Seiten gegenüber der Kathpress von einem „konstruktiven Austausch in respektvoller Haltung“.

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