Karners Asylbilanz 2025: Abschieberekord, aber "noch nicht zufrieden"

PK INNENMINISTERIUM "HARTE UND GERECHTE ASYLPOLITIK - BILANZ 2025": MAIER / KARNER
Innenminister "noch nicht zufrieden". Direkte Abschiebungen nach Syrien und Afghanistan sollen "der Regelfall" werden.

Das Innenministerium hat am Freitag seine Bilanz zum Asyljahr 2025 vorgelegt - mit vielen Zahlen. Die Details präsentierten bei einer Pressekonferenz Innenminister Gerhard Karner (ÖVP), Franz Ruf, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, und Gernot Maier, Direktor des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl (BFA). 

Vor einem Jahr habe man sich einiges vorgenommen und klare Ziele formuliert, so Karner eingangs. Die Ziele: illegale Migration gegen Null drängen, die "Abschiebeoffensive" fortsetzen und wieder Richtung Syrien und Afghanistan abschieben.

Asylanträge deutlich gesunken

Zur illegalen Migration: "Die wichtigste Messgröße ist die Zahl der Asylanträge", sagt Karner. Hier sei eine deutliche Reduktion gelungen. 16.284 Asylanträge im Vorjahr entsprechen einem Rückgang von 36 Prozent gegenüber 2024 und einem Minus von 72,5 Prozent gegenüber 2023. 6.849 Fälle seien Erstanträge gewesen, also Anträge von Asylwerbern, die 2025 nach Österreich kamen. Hier gibt es laut Karner einen Rückgang von 33,5 Prozent gegenüber 2024 und 84,5 Prozent gegenüber 2023. Die restlichen Anträge sind Folgeanträge - zum Beispiel von afghanischen Frauen, die bisher subsidiär schutzberechtigt waren und im Vorjahr einen Asylantrag gestellt haben.

Auch der Stopp des Familiennachzugs für Asylberechtigte mit Anfang Juli 2025 zeige klare Auswirkungen, so Karner. Von Oktober bis Dezember 2025 seien nur noch 25 Personen über den Familiennachzug nach Österreich gelangt. 2023 waren es im selben Zeitraum noch 3.400.

Abschiebe-Rekord

Nächstes Ziel: "Im letzten Jahr wurden 14.156 Menschen abgeschoben", sagt Karner. "Auch wenn das die höchste Zahl an Abschiebungen ist, die es bisher in einem Jahr gegeben hat, sind wir noch nicht zufrieden." 48 Prozent der Abschiebungen seien zwangsweise durchgeführt worden, wiederum die Hälfte davon seien verurteilte Straftäter gewesen. Österreich habe also 3.300 Straftäter außer Landes gebracht, sagt der Minister. "Egal woher er kommt: Ein Straftäter muss abgeschoben werden."

Das dritte Ziel waren die direkten Abschiebungen nach Afghanistan und Syrien. Österreich hat im vergangenen Jahr als erstes europäisches Land wieder direkt nach Syrien abgeschoben. Auch nach Afghanistan wurde abgeschoben. Allerdings handelt es sich jeweils nur um wenige Einzelfälle. Man führe Gespräche mit der syrischen Regierung und auf "technischer Ebene" auch mit den afghanischen Behörden, so Karner. Das Ziel für heuer sei, "dass aus diesen Einzelfällen der Regelfall wird". Ob freiwillig oder zwangsweise: 2025 haben rund 1.000 Syrer und 200 Afghanen Österreich verlassen. 

Karner will nun auch die neuen rechtlichen Möglichkeiten der EU im Asylbereich nutzen. Dazu zählen Asylverfahren und Rückkehrzentren außerhalb der Europäischen Union. Derzeit plane man mit fünf Ländern, die Karner noch nicht nennen will, in diesem Bereich einen Zeitablauf.

FPÖ kritisiert Darmann

FPÖ-Sicherheitssprecher Gernot Darmann übt via Aussendung scharfe Kritik an Karners Bilanz. Dieser solle "sofort" zurücktreten und Österreich benötige einen "sofortigen Asylstopp". "Karner ist ein Meister der Ankündigungen, aber ein Totalversager in der Umsetzung", so Darmann.

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