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Politik Inland
01/31/2021

Astra Zeneca: "Zählt Gewinnmaximierung mehr als Menschenleben?"

Bei "Im Zentrum" ging es am Sonntag unter anderem um die Lieferengpässe bei Astra Zeneca.

Also doch: Der Hersteller Astra Zeneca will nach EU-Angaben im ersten Quartal mehr Impfstoff an die EU liefern als angekündigt. Es kämen neun Millionen Dosen hinzu, also insgesamt 40 Millionen Dosen, teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Sonntagabend mit. Das ist allerdings noch immer nur die Hälfte der ursprünglich anvisierten Menge von 80 Millionen Dosen.

Die Debatte um den Impfstoffhersteller und dessen Lieferengpässe ist damit nicht vom Tisch. Österreich hat Astra Zeneca nur für bis zu 64-Jährige empfohlen. Das verkündete das Nationale Impfgremium Sonntagabend.

Wiederholt kritisch äußerte sich Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) über den Hersteller. Bereits einmal hatte er Kritik daran geübt, dass Astra Zeneca Probleme bei der Produktion habe und dennoch der Aktienkurs steige. Das passe nicht zusammen. "Zählt Gewinnmaximierung mehr als Menschenleben?", fragte er bei Im Zentrum am Sonntag.

"Dieses Argument ist bei Astra Zeneca besonders zurückzuweisen", widersprach Alexander Herzog, Generalsekretär des Verbands der pharmazeutischen Industrie Österreichs (Pharmig). Der Hersteller verkaufe den Impfstoff zum Selbstkostenpreis. Profitgier sei "definitiv auszuschließen".

In einem Punkt sind sich Kritiker einig: Dass die EU beim Einkauf Fehler gemacht hat. Martin Selmayr, Leiter der Vertretung der EU-Kommission in Österreich, beurteilte das differenziert. "Ich glaube, dass es noch etwas zu früh ist, um zum jetzigen Zeitpunkt zu sagen: Das ist alles falsch." In ein paar Monaten werde die EU zu den Regionen gehören, wo am meisten geimpft wurde.

Kaiser: Fortsetzung des Lockdowns nicht mehr zumutbar

Im Laufe des Montags soll zudem eine Entscheidung bekannt gegeben werden, ob es ab 8. Februar - also dem vorgesehenen Ende des aktuellen Lockdowns - Lockerungen geben wird. "Ich weiß, dass wir den Menschen ein völlig perspektivenloses Fortsetzen und Verschärfen des Lockdowns nicht mehr zumuten wollen und können", stellte Kaiser fest. Die Landeshauptleute werden in die Entscheidungsfindung miteingebunden.

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