Alaattin Gündogan von der Liste Perspektive.

 

 

 

© Liste Perspektive

Politik Inland
03/29/2019

AK-Wahl in Wien: Die Kleinen im Schatten der Großen

Acht unabhängige Listen rittern um Stimmen - teilweise mit speziellen Angeboten für Arbeitnehmer mit Migrationshintergrund.

730.000 Wiener können noch bis 2. April ihre Vertreter im Arbeiterkammer-Parlament wählen. Während die Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) mit AK-Präsidentin Renate Anderl auf die Verteidigung der Absoluten Mehrheit hofft und die Christgewerkschafter (FCG ÖAAB) aus dem Jahr 2014 Platz zwei zu verteidigen haben, geht es für die kleinen Fraktionen teilweise um den Einzug.

13 Listen kämpfen um die insgesamt 180 Mandate im Wiener Arbeitnehmer-Parlament. Die gewählten Kammerräte der AK kommen viermal im Jahr zur Vollversammlung zusammen.

Hinter Rot, Schwarz, Blau, der offiziellen Grünen-Schwester AUGE/UG und den unabhängigen Grünen Arbeitnehmern (GA) rittern noch acht kleine Listen bis Dienstag um jede Stimme. Eine kurze Vorstellung der „Kleinen“ in der AK.

IGGÖ-Präsident als Listengründer

Unter den Kleinen schnitt 2014 am besten die Liste Perspektive mit Platz sechs ab. Sie kam mit mehr als 6.100 Stimmen auf 2,39 Prozent bzw. 4 Mandate. Als Vision nennt die Liste, das Bewusstsein in der Gesellschaft für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Migrationshintergrund zu stärken.

Spitzenkandidat ist Alaattin Gündogan, von Beruf Stahlbauschlosser. Vor fünf Jahren führte die Liste übrigens der Rechtsanwalt Ümit Vural an. Der aus der Türkei stammende Kurde und AK-Listengründer ist mittlerweile Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft.

Die Arbeitsgemeinschaft unabhängiger ArbeitnehmerInnen (ARGE) kam bei der vergangenen AK-Wahl in Wien auf 5.325 Stimmen, das sind 2,08 Prozent oder 3 Mandate. Die Fraktion betont vor allem ihre Unabhängigkeit von politischen Parteien. „Unparteilich – Unverzichtbar – Unbeschreiblich“, lautet das Motto. Man sei eine „breite, bunte Gemeinschaft“. Die Grundsätze sind recht breit: Man wolle „Chancengleichheit statt Resignation“ und stehe für „Solidarität mit dem Schwachen“.

In Hinblick auf den öffentlichen Dienst warnt die ARGE vor „Liberalisierungsschritten in Wien“. „Die systematische Demontage der Verwaltung und das Übertragen von kommunalen Aufgaben an Private wirft immer mehr Probleme auf“, heißt es auf der ARGE-Website.

Spitzenkandidatin Hilde Zodl ist Rechtsexpertin im Wiener Krankenanstaltverbund (KAV).

Der Gewerkschaftliche Linksblock setzt sich nach eigenem Bekunden zusammen aus Kommunisten, linken Sozialisten und Parteilosen. Bei der vergangenen AK-Wahl erhielt man 3.851 Stimmen (1,51 Prozent bzw. 2 Mandate). Der Bundesvorsitzende Josef Stingl aus Tirol wandte sich zuletzt scharf gegen die Pläne von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ), den Stundenlohn für Asylwerber auf 1,50 Euro zu kürzen.

Der Verein Gewerkschaftlicher Linksblock wurde 1952 als Nachfolger der damaligen kommunistischen Fraktion im Gewerkschafsbund gegründet. „Auch als kleine Gruppe, mit derzeit zwei Mandaten, konnten wir als kritische Fraktion, die sich vor allem den Interessen der Beschäftigten verpflichtet fühlt, einiges erreichen“, wirbt der Wiener Spitzenkandidat Robert Hobek, ein erfahrener Postgewerkschafter, um Stimmen.

Eine noch etwas schwierigere Ausgangslage hat Türk-Is. Beim letzten Urnengang vor fünf Jahren schaffte man mit 2.683 Stimmen rund 1 Prozent sowie 1 Mandat.

Die Liste, die speziell auf die Stimmen von Türken und Türkischstämmigen hofft, wird von Melek Köse angeführt. Sie ist Mediatorin beim Wohnservice Wien. Türk-Is (Sprich „Türk-isch“) sieht sich als basisdemokratische Arbeitnehmervertretung.

„Wir fordern Bewerbungen ohne Namen und Foto. Diskriminierung abschaffen!“, sagt die Listenerste Köse. Es müsse rein um die Qualifikation gehen. Man müsse bei der AK-Wahl auch nicht österreichischer Staatsbürger sein, um wählen zu dürfen, klärt sie in einem Wahlvideo auf.

Türk-Is stehe für Diversität und Chancengleichheit und kämpfe für eine gelungene Work-Life-Balance der Arbeitnehmer, sagt der Listengründer und Ex-Kammerrat Aytac Türkan.

Außerdem stehen wieder die Kommunistische Gewerkschaftsinitiative – International (KOMintern) und Bunte Demokratie für Alle (BDFA) auf dem Wahlzettel. Team Brandl sowie FAIR UND TRANSPARENT (FAIR) versuchen heuer erstmals ihr Glück.

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