AK-Präsidentin Anderl warnte vor Auswirkungen des 12-Stunden-Tages

© APA - Austria Presse Agentur

Politik Inland
01/23/2020

AK-Chefin Anderl: "Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ÖVP egal"

Laut AK-Präsidentin Renate Anderl seien die Zumutbarkeitsbestimmungen schon jetzt streng genug.

Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl hat die ÖVP kritisiert, die durch Sanktionen den Druck auf die Arbeitssuchenden erhöhen wolle, jeden Job in jedem Bundesland anzunehmen. Schon jetzt müssten Arbeitssuchende ohne Kinder eine Arbeit in einem anderen Bundesland annehmen, wenn eine Unterkunft zur Verfügung gestellt wird.

"Die ÖVP will offensichtlich mehr: Nämlich Arbeitssuchenden generell das Arbeitslosengeld streichen, wenn sie nicht auf eine freie Stelle in einem anderen Bundesland übersiedeln wollen", urteilte  die AK-Präsidentin am Donnerstag in einer Aussendung. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei der ÖVP dabei wohl egal.

Die überwiegende Zahl der derzeit in Westösterreich angebotenen Stellen seien aber nur Saisonjobs für wenige Monate, verbunden mit langen harten Arbeitstagen und relativ niedrigen Löhnen. Hingegen wollten Arbeitssuchende eine Arbeit, von der sie und ihre Familien dauerhaft gut leben können. Die AK-Chefin wendet sich gegen eine Verschärfung von Zumutbarkeitsbestimmungen und härtere Sanktionen.

Zwischenparkplatz

Anderl kritisiert auch, dass Unternehmen nach wie vor ohne Sanktionen Beschäftigte in der Arbeitslosigkeit zwischenparken könnten. "Wir brauchen keine Strafen für Arbeitslose, die es ohnehin schwer haben. Wir brauchen Strafen für Unternehmer, die das AMS als Zwischenparkplatz für Beschäftigte benutzen, die sie dann ohnehin wieder einstellen. Das ist Missbrauch des Sozialsystems."

Statt einer Verschärfung der Zumutbarkeitsbestimmungen fordert die AK die Umsetzung insbesondere folgender Maßnahmen: Bessere Vermittlungsunterstützung und bessere persönliche Beratung durch das AMS, wo der Planstellenabbau sofort gestoppt werden solle. Man brauche dort bis zu 500 zusätzliche Stellen. Mit einer Qualifizierungsoffensive in der aktiven Arbeitsmarktpolitik und der Umsetzung der Aktion "Chance 45" sollten die Chancen für Arbeitslose auf einen Arbeitsplatz verbessert werden. Das Beenden von Arbeitsverhältnissen und Wiedereinstellen innerhalb von zwei Monaten soll Folgen für die Unternehmen haben: Sie sollten die verursachten Kosten in der Arbeitslosenversicherung übernehmen.

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