Politik
08/01/2012

Die Scheuchs

Zwei Großbauern als freiheitliches Führungsduo

von Paul Trummer

Mächtig wie eine Trutzburg steht er da, der Sternhof im Kärntner Mühldorf: Hier leben die Brüder Uwe und Kurt Scheuch, der eine scheidender FPK-Chef, der andere sein Nachfolger.

Schon Großvater Robert Scheuch hegte hier politische Pläne, veranstaltete Versammlungen des rechten Lagers, aus denen nach dem Krieg der Verband der Unabhängigen (VDU) hervorging. Später galt Scheuch als Mitbegründer der FPÖ. Nachdem sein Sohn früh verstarb, kümmerte er sich um die Erziehung seiner Enkel. Die sollten ab den 1990er-Jahren in der FPÖ eine immer wichtigere Rolle spielen.

Der eine, Uwe, wurde 1969 geboren, studierte an der Universität für Bodenkultur und übernahm ab 1990 die Forstwirtschaft am Hof. Seine Polit-Karriere startete Scheuch 2001 in der Kärntner Landwirtschaftskammer. 2003 zog er für die FPÖ in den Nationalrat ein. 2006 wurde er Kärntner Landesrat, nach dem Tod Jörg Haiders 2008 Landesparteichef des damaligen BZÖ.

In dieser Rolle fühlte sich Scheuch offenbar nur bedingt wohl, denn 2009 der Paukenschlag: Im Geheimen bastelte er mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache an der Wiedervereinigung von BZÖ und FPÖ. Nur vier der sieben Vertreter der BZÖ-Landesgruppe im Nationalrat folgen seinem Ruf, doch Scheuch jubelt: "Es tut gut, wieder zu Hause zu sein."

Als Landeshauptmann-Vize eilt Scheuch von Feuerwehrfest zu Schlagerstar-Wettbewerben und sammelt Pluspunkte in der Bevölkerung. Einen Besuch beim umstrittenen Ulrichsbergtreffen lässt er nicht aus. Nach der "Part of the game"-Affäre war das vergangene Jahr für ihn vor allem von Ermittlungen und Gerichtsauftritten geprägt.

Kurt Scheuch

Sein Bruder Kurt machte vor allem mit seinem Widerstand gegen zweisprachige Ortstafeln Schlagzeilen. Er wurde 1967 geboren, maturierte an der höheren Bundeslehranstalt für alpenländische Landwirtschaft. 1996 wurde er Kammerrat in der Landwirtschaftskammer in Kärnten, 1998 Landesgeschäftsführer der FPÖ Kärnten. 2000 wechselte er in den Nationalrat nach Wien, zwei Jahre später wurde er als "Reißwolf von Knittelfeld" bekannt, als er eine Vereinbarung zwischen Jörg Haider und Susanne Riess-Passer auf offener Bühne zerriss. Der Parteitag führte 2002 zum Ende der ersten schwarz-blauen Koalition.

2003 wechselte Scheuch nach Kärnten in den Landtag. Seit 2005 ist er freiheitlicher Klubobmann, nun Vize-Landeshauptmann.

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