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Politik | Ausland
08/16/2019

Zehn deutsche Sozialdemokraten wollen an die Parteispitze

Die bisherigen Bewerber für den SPD-Vorsitz in der Bildergalerie. Kühnert, Maas und Klingbeil zögern noch.

Noch gut zwei Wochen läuft die Frist für Bewerbungen um den SPD-Vorsitz. Bisher haben vier Frauen und sechs Männer ihr Interesse angemeldet, größtenteils in Zweierteams. Echte Parteiprominenz - etwa aus dem Bundeskabinett oder den Landesregierungen - fehlt bisher.

Familienministerin Franziska Giffey erklärte am Donnerstag, nicht antreten zu wollen. Zudem hat nur ein Bewerber-Duo die formale Hürde zur Zulassung der Kandidatur genommen: Nötig ist die Unterstützung von fünf Unterbezirken oder einem Bezirks- oder Landesverband.

Als mögliche Kandidaten werden daneben eine ganze Reihe von Spitzenpolitikern gehandelt: Generalsekretär Lars Klingbeil hält sich alle Optionen offen, genau wie der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert. Der deutsche Außenminister Heiko Maas nennt den Spitzenposten eine "Verlockung" - sagt bisher aber nicht, ob er dieser erliegen könnte.

Gesine Schwan und Ralf Stegner

Sie sind die neuesten Gesichter im Bewerber-Reigen. Der 59-jährige Stegner, der immer wieder mit zugespitzten Formulierungen für Schlagzeilen sorgt, koordiniert seit Jahren den linken SPD-Flügel und ist seit 2014 Parteivize. Der Koalition mit der CDU und CSU steht er skeptisch gegenüber. Die 76-jährige Schwan, die zweimal als Kandidatin für das Bundespräsidentenamt scheiterte, ist Chefin der Grundwertekommission ihrer Partei. Sie hatte zuletzt mehrmals öffentlich mit einer Kandidatur geliebäugelt und dabei für eine Rückbesinnung auf Kernthemen der SPD geworben.

Nina Kampmann und Michael Roth

Sie sind bisher die einzigen, die mit ihrer Team-Kandidatur die formal nötige Parteiunterstützung gesammelt haben. Roth, der Staatsminister im Auswärtigen Amt (im Bild) und die ehemalige nordrhein-westfälische Landes-Familienministerin Kampmann wählten für ihre Kampagne das Motto "Mit Herz und Haltung". Sie wollen unter anderem Kommunalpolitiker und Nicht-Mitglieder stärker einbeziehen.

Simone Lange und Alexander Ahrens

Lange und Ahrens (im Bild), die Oberbürgermeister von Flensburg und Bautzen, wollen die SPD wieder näher an die Bürger bringen. Lange, eine frühere Kriminalpolizistin, war im April 2018 bereits gegen die damalige Parteivorsitzende Andrea Nahles angetreten und hatte deren Wiederwahl durch einen Achtungserfolg von knapp 28 Prozent getrübt. Ahrens hatte die SPD zwischenzeitlich verlassen, wurde als parteiloser Kandidat zum Bautzener Stadtchef gewählt und trat 2017 wieder in die SPD ein.

KARL LAUTERBACH UND NINA SCHEER

Lauterbach (im Bild) und Scheer werben mit ihrer Kampagne "Sozial. Ökologisch. Klar" unter anderem für ein Ende der Großen Koalition. Lauterbach ist als langjähriger Gesundheitsexperte seiner Fraktion bekannt, Scheer widmet sich vor allem umwelt- und energiepolitischen Fragen.

Robert Maier und Hans Wallow

Robert Maier und Hans Wallow gehen als bisher einzige Einzelkandidaten ins Rennen. Maier ist Unternehmer und Vizepräsident des SPD-Wirtschaftsforums. Er wendet sich gegen einen "Linksruck" der SPD. Wallow saß in den 80er und 90er Jahren für die SPD im Bundestag und würde der Partei gerne seine "lange Erfahrung sowohl in der praktischen Politik als auch in grundsätzlichen Fragen" zur Verfügung stellen, wie der 79-Jährige in einem Interview sagte.