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Politik Ausland
08/05/2019

Wird das das neue Gesicht der SPD?

Ralf Stegner ist berühmt für seine hängenden Mundwinkel - und will offenbar SPD-Chef werden.

Bis zum 1. September dürfen sich Kandidaten für den Vorsitz der SPD bewerben – in den vergangenen Tagen haben sich einige Kandidaten dafür in Stellung gebracht, die marode Partei auf neue Beine zu stellen.

Laut Informationen der deutschen „Bild“ hat auch der Schleswig-Holsteiner Ralf Stegner vor, seinen Hut in den Ring zu werfen. Der Politiker ist bekannt für seine hängenden Mundwinkel und seine grantige Art – bis März war er Landesvorsitzender in seinem Bundesland.

Um jedoch Aussicht auf Erfolg zu haben, benötigt Stegner eine Partnerin – die SPD bevorzugt „ausdrücklich Kandidaturen von Teams“. Im besten Fall eine Doppelspitze aus Genosse und Genossin.

Stegner sagte laut „Bild“ zu den Spekulationen: „Ich sage derzeit dazu nichts – erst, wenn es handfest was zu sagen gibt.“

Suche nach Antworten

Bisher haben sich Europa-Staatsminister Michael Roth und die nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordnete Christina Kampmann beworben. Neben diesem Duo wollen die Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer antreten, ebenso wie die Oberbürgermeister von Flensburg und Bautzen, Simone Lange und Alexander Ahrens. Diesen Zweier-Teams fehlt noch die nötige Mindestunterstützung aus der Partei.

Maier will alleine antreten und neue Schwerpunkte setzen. „Die SPD muss - wie andere Volksparteien auch - wieder in der Lage sein, die Sorgen der Bürger zu erfassen und eine offene Diskussion darüber zu führen, statt sie abzutun“, sagte der 39-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. „Das betrifft etwa den Bereich der Sicherheit und der Zuwanderung. Nur so können wir verhindern, dass Bürger, die auf dem Boden des Rechtsstaates stehen, abwandern an den rechten Rand.“

In der „Welt“, die zuerst über seine Kandidatur berichtet hatte, kritisierte Maier: „Es fehlt eine mutige und offene Diskussion der Missstände in diesem Land.“ Es gebe eine große Besorgnis rund um das Thema Migration und Sicherheit. „Die Menschen fragen sich, ob der Staat sie schützen kann und ihre Sorgen ernst nimmt. Darauf hat die SPD keine Antwort.“ Auch die Digitalisierung mit ihren Chancen etwa für die Mobilität sowie der Erfindergeist, für den Deutschland einst gestanden habe, müssten verstärkt in den Fokus der SPD rücken, sagte er der dpa. „Einen Linksruck der SPD mit Kollektivierungs- und Enteignungsplänen lehne ich entschieden ab.“

Die Bewerbungsfrist läuft noch bis 1. September. Die neue SPD-Spitze soll dann nach einer Mitgliederbefragung auf einem Parteitag Anfang Dezember gewählt werden. Mit Spannung wird erwartet, ob sich noch Bundesminister oder andere Schwergewichte der Partei bewerben.

Weil sagte in Hannover: „Das steht nicht an, ich erwarte das nicht. Ich gehe davon aus, dass ich nicht kandidieren werde.“ Die Wahrscheinlichkeit, sich doch zu bewerben, sei gering: „Von mir aus kann man diese Diskussion gerne beenden.“

Damit wäre nach Erwartungen in der Partei der Weg für andere Kandidaten aus Niedersachsen frei, etwa Generalsekretär Lars Klingbeil. Der sagte bei einem Wahlkampftermin in Jüterbog in Brandenburg: „Natürlich bin ich auch in einem Denkprozess, aber ich werde meine Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt mitteilen, und die Zeit ist ja noch ausreichend - spätestens am 1.9.“