Waffenruhe bröckelt: Drei Soldaten getötet

Zwei bewaffnete Soldaten rennen auf einer verschneiten Straße.
Die Feuerpause in der Ukraine hat nicht gehalten - drei Soldaten kamen am Donnerstag ums Leben.

Erstmals seit Beginn einer Waffenruhe am Dienstag sind im umkämpften Osten der Ukraine wieder Soldaten getötet worden. In den vergangenen 24 Stunden seine drei Militärangehörige gefallen und acht verletzt worden, sagte der ukrainische Armeesprecher Andrej Lyssenko am Donnerstag in Kiew. Zuvor war die Feuerpause bis auf einzelne Schusswechsel weitgehend respektiert worden.

Die Ukraine leidet in erster Linie unter dem Konflikt mit prorussischen Separatisten im Osten des Landes. Dort toben trotz einer vor drei Monaten vereinbarten Waffenruhe immer wieder noch Kämpfe. Seit Mitte April wurden mehr als 4.300 Menschen getötet; man vermutet russische Soldaten auf ukrainischem Gebiet. Präsident Petro Poroscheno hat Russland deshalb aufgefordert, seine Truppen aus der Ukraine abzuziehen und "die Grenze zu schließen". Bei einem Besuch im australischen Melbourne sagte Poroschenko am Donnerstag an die Adresse Moskaus, es sei "sehr einfach", zu "Frieden und Stabilität in der Ukraine" zurückzukehren.

Geberkonferenz gefordert

Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk hat deshalb auch eine internationale Geberkonferenz zur Abwendung eines Staatsbankrotts gefordert. Die Unterstützung des Westens sei zum Überleben nötig, sagte der Regierungschef am Donnerstag vor dem Parlament. Er zitierte einen Bericht der Financial Times, wonach die Ukraine 2015 über ein bestehendes IWF-Hilfsprogramm hinaus 15 Milliarden Dollar benötige.

Das Paket des Internationalen Währungsfonds (IWF) umfasst 17 Milliarden Dollar (13,7 Mrd. Euro), erst gestern hatte der ukrainische Wirtschaftsminister um eine Aufstockung der Dotierung gebeten. Zwei Zahlungen von insgesamt 4,6 Milliarden Dollar sind geflossen. Jazenjuk betonte den Reformwillen seiner Regierung, um weiteres Geld des Westens zu erhalten. Die Kosten für Kreditausfallversicherungen (CDS) stiegen am Donnerstag auf den höchsten Stand seit fünfeinhalb Jahren.

KURIER vor Ort: Unsere Reportage-Reihe aus der Ukraine lesen Sie hier.

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