Verdacht auf illegale "Polizeizentren" Chinas in den Niederlanden

Ein Kanal in Amsterdam bei Nacht mit beleuchteten Gebäuden und Menschen.
Das Außenministerium in Den Haag leitet Untersuchung ein. Der Verdacht: China überwacht Dissidenten.

In den Niederlanden gibt es Hinweise darauf, dass China dort zwei illegale "Polizeizentren" zur Überwachung von Dissidenten unterhält. Wie das Außenministerium in Den Haag am Mittwoch mitteilte, wurden Untersuchungen zu den "Aktivitäten der sogenannten Polizeizentren" eingeleitet. "Wenn wir mehr Klarheit haben, werden entsprechende Maßnahmen getroffen", sagte die Sprecherin des niederländischen Außenministeriums, Maxime Hovenkamp, der Nachrichtenagentur AFP.

Politische Gegner zum Schweigen bringen

Wie niederländische Medien berichteten, gibt es in Amsterdam und Rotterdam zwei chinesische "Posten", die angeblich diplomatische Hilfestellung anbieten, aber nicht bei der niederländischen Regierung gemeldet sind. In Wahrheit würden diese Posten genutzt, um politische Gegner zum Schweigen zu bringen, berichteten der Fernsehsender RTL und die Investigativ-Website Follow the Money unter Berufung auf einen in den Niederlanden lebenden chinesischen Dissidenten.

Chinas Dementi

Das chinesische Außenministerium wies die Berichte als "völlig falsch" zurück. Die "Servicestationen" dienten dazu, Staatsbürgern im Ausland etwa bei der Erneuerung ihres Führerscheins zu helfen.

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