Nicolás Maduro hat das Land in den Abgrund geführt

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Politik | Ausland
03/18/2019

Venezuela: Maduro fordert seine Minister zum Rücktritt auf

Der Staatschef forderte eine "tiefgreifende Umstrukturierung" der Regierung. Sein Gegenspieler Guaidó mobilisiert.

Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro plant einen Umbau seines Kabinetts. Maduro habe gefordert, dass alle Minister ihre Posten für eine "tiefgreifende Umstrukturierung" der Regierung des südamerikanischen Staates aufgeben, schrieb seine Stellvertreterin Delcy Rodríguez am Sonntag (Ortszeit) auf Twitter. So solle das Land vor jeglicher Bedrohung geschützt werden.

Wie genau die Änderungen des Kabinetts aussehen und ob die mehr als 30 Minister tatsächlich ihre Rücktrittsgesuche einreichen werden, blieb zunächst ungeklärt. Zuletzt hatte Maduro im Juni vergangenen Jahres, kurz nach seiner umstrittenen Wiederwahl als Präsident, die Besetzung einiger Posten geändert und neue Ministerien ins Leben gerufen - große Änderungen blieben dabei aus.

Politische Krise & Blackout

Die Forderung Maduros an das Kabinett erfolgt nun inmitten einer schweren politischen Krise und nach einem massiven Stromausfall, der den Staat noch weiter ins Chaos gestürzt und tagelang lahmgelegt hatte. Seit Ende Jänner tobt in Venezuela der Machtkampf zwischen Maduro und dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó.

Das war der Stromausfall

Menschen auf der Straße nach Blackout

Ein Mann sieht auf sein Handy

Menschen auf der Straße

Frauen und Kinder in einer Klinik

Frau mit Kindern auf der Straße

Im Krankenhaus ist das Licht aus

Scheinwerfer spenden ein wenig Licht

Die Stadt ist schwarz

Menschen steigen in den Bus

Guaidó besuchte am Sonntag den Bundesstaat Vargas. Das Volk müsse sich organisieren, um Maduro zu entmachten, schrieb der Oppositionsführer auf Twitter. Unterstützer Guaidós hielten am Wochenende in mehreren Städten Demonstrationen ab. Der 35 Jahre alte Chef des entmachteten venezolanischen Parlaments hatte zur "Operación Libertad" (auf Deutsch "Operation Freiheit") und der Organisation der Bürger in Komitees aufgerufen. Guaidó plant, mit einem Marsch auf den Präsidentenpalast in Caracas Bewegung in den festgefahrenen Machtkampf mit Maduro zu bringen. Ein Datum nannte er dafür bisher nicht.

Guaido ruft zu Protesten auf

Guaidó hatte sich am 23. Jänner zum Interimspräsidenten des Landes mit den weltweit größten Ölreserven erklärt. Er sprach Staatschef Maduro die Legitimation ab, weil dessen Wiederwahl im vergangenen Jahr nicht demokratischen Standards entsprochen habe. Zahlreiche Regierungsgegner durften damals nicht kandidieren, das größte Oppositionsbündnis boykottierte die Wahl wegen unfairer Bedingungen. Zwar haben zahlreiche Länder Guaidó bereits als rechtmäßigen Übergangspräsidenten anerkannt, in Venezuela selbst konnte er sich bisher aber noch nicht durchsetzen. Vor allem das mächtige Militär hält weiterhin zu Maduro.

Für den jüngsten Kollaps der Energieversorgung machte der Linksnationalist Maduro einen angeblich von der Opposition und den USA geplanten Cyberangriff verantwortlich. Die Regierungsgegner sehen den Grund hingegen in verschleppten Investitionen, Korruption und mangelhafter Wartung der Anlagen.