König Abdullah und Obama müssen einiges zurechtbiegen.

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Saudi-Arabien
03/28/2014

Alte Freunde wollen zurück auf gemeinsamen Weg

US-Präsident in Riad.Obama traf König Abdullah zum langen Gespräch. Viele Unstimmigkeiten müssen aus der Welt geschafft werden.

von Karoline Krause-Sandner

Es war 1945. Damals dauerte es mehr als zehn Tage, um von Riad zum Roten Meer zu gelangen. Den Weg nahm König Abdel Asis Ibn Saud auf sich. Denn dort wartete der wichtigste Vertreter der demokratischen Welt auf ihn: US-Präsident Franklin D. Roosevelt hatte im Rahmen der Jalta-Konferenz um ein Treffen mit dem saudischen König gebeten.

Roosevelt wusste, was er tat. Jahrelang war dem Amerikaner schon bekannt, was für ein Ölreichtum in dem saudischen Königreich lag. Schnell entstand eine Partnerschaft mit der Formel: Billiges Öl gegen regionale Unterstützung durch die USA.

Wirtschaftspartner

Bis heute ist Saudi-Arabien der größte ausländische Öllieferant der USA. Im Gegenzug sollen in den kommenden fünf Jahren 70 Milliarden Dollar US-Exporte in die Golfstaaten fließen.

Fast 70 Jahre schon gehen Washington und Riad gemeinsame Wege, was die Nahost-Politik betrifft. Zumindest versuchen sie es.

Doch das Bündnis hat in den vergangenen Jahren schwer gelitten. Von der gemeinsamen Politik im Nahen Osten ist nur noch das Gerüst übrig. Und Obama, der am Freitag in Riad zu Gast war, wurde nicht besonders herzlich begrüßt. Die Saudis verübeln den Amerikanern so einiges. Aber ganz besonders ihr zurückhaltendes Verhalten im Syrien-Konflikt. Zuerst hieß es von Obama, wenn die "rote Linie" des C-Waffen-Einsatzes vom Assad-Regime überschritten werde, müsse man militärisch eingreifen. Die Intervention blieb aber aus. Washington fürchtete eine Verbreitung des radikalen Islamismus.

Außerdem kann Riad nicht verstehen, wie die USA mit dem Iran über ein Atom-Abkommen verhandeln kann und wirft Washington vor, immer noch keinen Frieden für Palästina gebracht zu haben.

Gleichzeitig hat das saudische Königshaus innerhalb des Landes viel zu verlieren. Es herrscht die Angst, dass nach den Arabischen Revolutionen früher oder später auch seine Monarchie infrage gestellt wird. Die USA ließen auch andere Verbündete in der Region schon fallen. Etwa Präsident Mubarak in Ägypten und Präsident Saleh im Jemen.

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