USA weiten Einsatz in Nigeria aus: 100 Soldaten sind gelandet
Zusammenfassung
- 100 US-Soldaten sind in Nigeria eingetroffen, um das Militär bei der Bekämpfung islamistischer Terroristen zu unterstützen.
- Die US-Truppen agieren ausschließlich als Ausbilder und Berater, während die nigerianische Armee die Befehlsgewalt behält.
- Nigeria leidet trotz großer Armee unter Korruption, schwacher Polizei und anhaltender Gewalt durch Terroristen und kriminelle Banden.
Im westafrikanischen Nigeria sind 100 amerikanische Soldaten und Ausrüstung eingetroffen, um das Land bei der Bekämpfung islamistischer Terroristen und anderer bewaffneter Gruppen zu unterstützen. Die in der nordöstlichen Stadt Bauchi stationierten US-Streitkräfte sollen nigerianische Soldaten ausbilden und technisch unterstützen, teilte Nigerias Militär mit. Auch ein Austausch von Geheimdienstinformationen sei demnach vorgesehen.
US-Soldaten nur Ausbilder
Die US-Soldaten seien keine Kampftruppen, sondern ausschließlich Ausbilder und Berater, sagte der Direktor für Verteidigungsinformationen, Brigadegeneral Samaila Uba. Ziel sei, "Nigerias Fähigkeit zur Abwehr terroristischer Bedrohungen zu stärken und den Schutz gefährdeter Gemeinschaften im ganzen Land zu verbessern", so Uba.
Nigerias Armee behalte demnach die vollständige Befehlsgewalt. Die Regierung von Präsident Bola Tinubu habe die US-Regierung nach bilateralen Gesprächen um Hilfe gebeten, hieß es in der Mitteilung des Militärs.
Religion oder Terrorismus?
Der Einsatz folgt auf einen von den USA und Nigeria koordinierten Luftangriff gegen die Terrormiliz Islamischer Staat im Nordwesten des afrikanischen Landes im Dezember. Nach den Worten von US-Präsident Donald Trump hätten die IS-Kämpfer in Nigeria Christen ermordet. Das nigerianische Außenministerium betonte jedoch, im Fokus des Luftangriffs habe der Anti-Terror-Kampf gestanden, nicht Religion. Konflikte und Gewalt verlaufen in Nigeria, dessen rund 230 Millionen Einwohner etwa jeweils zur Hälfte Christen oder Muslime sind, tatsächlich oft entlang religiöser Trennlinien - diese werden von Experten aber nicht immer als Konfliktursache angesehen.
Land von Korruption zerfressen
Auch kriminelle Banden stecken oft hinter gewaltsamen Angriffen und Entführungen. Zwar ist Nigeria eine der größten Volkswirtschaften des Kontinents mit einer der größten Armeen - aber das Land ist von Korruption zerfressen, Soldaten sind schlecht bezahlt und ausgerüstet, die Polizei existiert in der Fläche kaum. Krisen in jeder Ecke des bevölkerungsreichsten Staats Afrikas überdehnen die Kräfte. Nigerias Regierung schien bislang machtlos gegenüber der Bedrohung.
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