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US-Politik
10/31/2012

USA: Nebensache Präsidentschaftswahl

Politik machen, ohne über Politik zu reden. Das scheint jetzt die Devise der US- Präsidentschafts­kandidaten zu sein.

von Karoline Krause-Sandner

In schweren Zeiten ziehen wir an einem Strang – wie eine amerikanische Familie", sagte Michelle Obama. Die US-Präsidentschaftskandidaten und ihre Familien bemühen sich um große Worte in der schwierigen Zeit an der Ostküste.

Die Wahl sei zur Nebensache geworden, behauptet Barack Obama. Darum sorge er sich jetzt nicht. Sondern um die Betroffenen des Sturmes an der Ostküste. Er weiß, "Sandy" könnte ihn den Job kosten. Oder aber für Aufwind sorgen. Der Präsident bemüht sich sichtlich, als Katastrophenmanager statt als Wahlkämpfer aufzutreten, sagte alle offensichtlichen Kampagnen-Termine ab. Spätestens seit der viel zu langsamen Reaktion der Bush-Regierung auf Hurrikan Katrina, der 2005 die Golfküste heimsuchte, weiß man im Weißen Haus, wie wichtig die richtige Politik jetzt ist.

Wahlkampf-Ersatzteam

Es wird erwartet, dass Obama auch wenige Tage vor der Wahl am Dienstag betroffene Familien besucht und sich für die Aufräumarbeiten stark macht. Für seinen Wahlkampf waren inzwischen andere zuständig. Vize Joe Biden und Expräsident Bill Clinton tourten am Montag durch den besonders umkämpften Bundesstaat Ohio.

Aber nicht nur Obama, auch Gegenspieler Mitt Romney hat seinen Wahlkampf ganz auf "Sandy" abgestimmt und seine Auftritte am Montag und Dienstag abgesagt. Gestern wurde er in Dayton, Ohio, bei einem Sturmhilfe-Event erwartet. Er hatte dazu aufgerufen, für die Betroffenen zu beten und für Hilfsorganisationen zu spenden.

Durchhalteparolen kommen vor allem von den Gouverneuren der betroffenen Bundesstaaten. Martin O’Malley in Maryland warnte via Twitter vor Generatoren im Haus, Chris Christie versicherte den Bewohnern von New Jersey, dass Hilfe so schnell wie möglich komme.

"Ich weiß, dass die Lage in New York ziemlich ernst geworden ist", sagte Michael Bloomberg. "Wir stehen das gemeinsam durch, so wie es New Yorker immer tun." Doch der Bürgermeister wurde zur Online-Lachnummer, als er die Warnungen in gebrochenes Spanisch übersetzte. Das YouTube-Video "Bloombergo speako abouto hurricano" gefiel in der Netzgemeinde.

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