Das Foto stammt aus 2016 und zeigt Menschen auf der mexikanischen Seite des Metallzaunes an der Grenze zu den USA.

© REUTERS/JORGE DUENES

Politik Ausland
01/30/2019

USA bringen Asylwerber zurück nach Mexiko

Die ersten Asylwerber aus Zentralamerika wurden nach Anordnung des US-Präsidenten Donald Trump zurückgebracht.

Die USA haben damit begonnen, zentralamerikanische Asylbewerber in Erwartung ihrer US-Gerichtstermine zurück nach Mexiko zu schicken. Damit wird eine Anordnung von Präsident Donald Trump umgesetzt, wie die US-Botschaft in Mexiko-Stadt am Dienstag bestätigte.

Als erster Asylbewerber wurde der 55-jährige Carlos Gomez aus Honduras von den USA aus in die mexikanische Grenzstadt Tijuana gebracht. Er wurde dann in eine Flüchtlingsunterkunft gefahren.

Rückblick: Die Flüchtlingskarawane in Tijuana

Im November 2018 machten sich Migranten aus Mittelamerika auf den Weg Richtung USA. Tausende Menschen waren aus den Karawanen in der Grenzstadt Tijuana (Mexiko) angekommen.

Die Migranten flohen vor der Gewalt durch Gangs und der schlechten wirtschaftlichen Lage in der Region. Die Ankömmlinge wurden in verschiedenen Auffanglagern in der ganzen Stadt verteilt.

Dort musste sie erst einmal verweilen.

Während des Marsches gab es von der lokalen Bevölkerung meist Unterstützung. Seit klar war, dass die Migranten länger in Tijuana bleiben würden, kippte die Stimmung.

Während der Proteste kam es zu Auseinandersetzungen.

Die Stadt an der Grenze war gespalten. Auf dem Schild steht: "Todos somos migrantes", also: "Wir sind alle Migranten."

Bald kletterten die ersten Migranten aus der Karawane auf die Grenzbefestigung.

Nun befindet sich oben auf dem Zaun auch noch Stacheldraht.

In Tijuana war die lange Reise der Migranten erst einmal zu Ende, zumindest bis die Menschen ihren Termin für ein Asylverfahren bekommen.

Asylverfahren läuft, Menschen müssen trotzdem gehen

Die US-Regierung will mit diesem Verfahren gegen die illegale Einwanderung vorgehen. Über die mexikanische Grenze eingereiste Asylbewerber aus Zentralamerika sollen für die Dauer des Asylverfahrens nicht mehr in den USA bleiben.

Die US-Regierung argumentiert, dass 90 Prozent der Asylanträge letztlich von Richtern abgelehnt würden. Viele Asylbewerber würden aber während des oft langwierigen Verfahrens in den USA untertauchen und gar nicht erst zum Gerichtstermin erscheinen. Die meisten Migranten kommen aus den von Gewalt und Armut geplagten zentralamerikanischen Staaten Honduras, Guatemala und El Salvador und gelangen über die mexikanische Grenze in die USA.

Mexiko erteilt Visa auf Zeit

Das Zurückschicken von Flüchtlingen nach Mexiko ist in den USA auf scharfe Kritik gestoßen. Aktivisten argumentieren, in der unsicheren mexikanischen Grenzregion seien Flüchtlinge gefoltert, vergewaltigt und ermordet worden. Auch die mexikanische Regierung hat das Vorgehen der USA kritisiert, erteilt aber aus humanitären Gründen zeitlich begrenzte Visa für die Asylbewerber.

Trump hat in den vergangenen Monaten immer wieder Stimmung gegen Flüchtlinge aus Zentralamerika gemacht. Seine Forderung nach dem Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko hat zu einem erbitterten Haushaltsstreit mit den oppositionellen Demokraten und zum längsten Shutdown in der US-Geschichte geführt. Die Haushaltssperre wurde kürzlich nach fünf Wochen vorerst beendet - der Streit um die Finanzierung der Mauer ist damit aber noch nicht beigelegt.

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