UN-RUSSIA-UKRAINE-CONFLICT-DIPLOMACY

© APA/AFP/TIMOTHY A. CLARY / TIMOTHY A. CLARY

Politik Ausland

UN-Sicherheitsrat berät wegen vermeintlichen Biowaffen in Ukraine

Russland wirft der Ukraine den Bau von Biowaffen vor. Das könnte als Vorwand für eine noch aggressivere militärische Aktion dienen. Die US-Regierung und Selenskij weisen den Verdacht ab.

03/11/2022, 06:47 AM

Der UN-Sicherheitsrat wird sich nach dem Willen Russlands am Freitag mit angeblich von den USA in der Ukraine hergestellten Biowaffen beschäftigen. "Die russische Vertretung hat um ein Treffen des Sicherheitsrates für den 11. März gebeten, um die militärisch-biologischen Aktivitäten der USA auf dem Territorium der Ukraine zu erörtern", schrieb der stellvertretende russische UN-Botschafter Dmitri Poljanski am Donnerstag auf Twitter. Die Sitzung ist für 17 Uhr MEZ angesetzt.

Hintergrund ist Russlands Vorwurf an die USA und die Ukraine, biologische Waffen zu entwickeln. Erst am Montag behauptete das russische Verteidigungsministerium, in der Ukraine gebe es ein Netzwerk von Bio-Laboren, die im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums arbeiteten. Internationale Faktenchecker haben diese Behauptung allerdings längst entkräftet. Auch die UNO sagte, sie wüsste nichts über angeblich in der Ukraine produzierte Massenvernichtungswaffen.

Vorwurf als potenzieller Grund für Angriff

Die US-Regierung bezeichnete Russlands Behauptungen als "Haufen Lügen" und warnte vor einem möglichen russischen Angriff unter "falscher Flagge". "Wir haben Anzeichen dafür gesehen, dass sie diese Anschuldigungen als potenziellen Vorwand benutzen könnten", sagte ein hoher US-Verteidigungsbeamter am Donnerstag. Die Folge könnte eine "möglicherweise aggressivere militärische Aktion" oder der "tatsächliche Einsatz von Stoffen" in der Ukraine sein.

Die Russen "sind nicht nur in der Lage, sondern haben in der Vergangenheit auch schon chemische und biologische Waffen eingesetzt, und in diesem Moment sollten wir unsere Augen für diese Möglichkeit offen halten", warnte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki. Auf die Frage, ob die USA im Fall eines chemischen Angriffs Russlands Truppen in die Ukraine schicken würden, sagte Psaki, dass sich die Haltung von US-Präsident Joe Biden nicht geändert habe. Biden hatte immer wieder ausgeschlossen, US-Truppen in die Ukraine zu schicken.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij äußerte sich ebenfalls zu dem Vorwurf. "In meinem Land werden keine chemischen oder anderen Massenvernichtungswaffen entwickelt", sagte er in der Nacht auf Freitag. "Die ganze Welt weiß das, und Sie wissen das auch."

Wir würden hier gerne ein Login zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Liebe Community,

Mit unserer neuen Kommentarfunktion können Sie jetzt an jeder Stelle im Artikel direkt posten. Klicken Sie dazu einfach auf das Sprechblasen-Symbol rechts unten auf Ihrem Screen. Oder klicken Sie hier, um die Kommentar-Sektion zu öffnen.

UN-Sicherheitsrat berät wegen vermeintlichen Biowaffen in Ukraine | kurier.atMotor.atKurier.atKurier.atFreizeit.atFilm.atImmmopartnersuchepartnersucheSpieleCreated by Icons Producer from the Noun Project profilkat