epa03347659 A United Nations Disengagement Observer Force, UNDOF, soldier watches from the observation tower next to Quneitra crossing between Israeli and Syria, in Israel, 07 August 2012. Some 86 university students, 80 Druze and 6 Alawites, crossed the Golan Heights and entered Israel. Syrian Druze from the Golan Heights are permitted to cross through the passage, a part of the ceasefire line established in 1974, to study, work and live in Syria. EPA/ATEF SAFADI

© APA/ATEF SAFADI

Kämpfe
03/28/2013

"Golan ist zum Schlachtfeld geworden"

In der aktuell angespannten Lage zeigt sich die Wichtigkeit der UN-Mission auf den Golanhöhen.

von Norbert Jessen

Der Golan ist zum Schlachtfeld geworden", berichteten UN-Beobachter, die am Donnerstag von der syrischen auf die israelische Seite hinüberwechselten. Dort verursachten Tausende Ferienausflügler Autostaus, unterwegs zu den letzten Schneeresten auf dem Hermon-Berg. Ein Golan und zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein können. Getrennt nur durch einen schmalen Stacheldrahtstreifen.

"Auf den Straßen liegen Verwundete und Tote," so ein UNDOF-Offizier weiter, "einige sind Kämpfer, andere Zivilisten." Ihre Stellungen in Syrien räumten sie auf Befehl der UNDOF-Führung. Der UN-Sicherheitsrat äußerte "tiefe Besorgnis über die andauernde Gefahr für die UN-Beobachter im Entflechtungsstreifen zwischen Syrien und Israel".

Israels Regierung zeigte sich erleichtert über die österreichische Ankündigung, vorläufig nicht ganz abzuziehen. Mit dem AUSBatt sind noch Philippinen und Inder vor Ort. Kanadier, Japaner und Kroaten haben sich verabschiedet. In New York aber kündigte ein UN-Sprecher eine weitere Verstärkung der UNDOF-Beobachter an. Woher ist dabei noch unklar.

Wichtiger Puffer

Zurzeit können die Beobachter ihre Aufgabe kaum noch wahrnehmen. Ihre noch bemannten Stellungen am Trennstreifen dienen weiter als Puffer zwischen den Seiten. Sonst wäre die Lage noch angespannter.

Und sie ist angespannt. Vor zwei Wochen zählte ein israelischer General über 70 Raketeneinschläge aus Syrien auf der von Israel kontrollierten Seite. Durch verfehlte Zielpeilung. Doch am Sonntag kam eine israelische Grenzstreife wiederholt unter direkten Beschuss leichter Gewehre. Mit einer Rakete wurde die Stellung zerstört, aus der das Feuer kam.

"Wir reagieren auf jede unmittelbare Gefahr für unsere Soldaten oder Zivilisten", teilte am Donnerstag ein Armeesprecher dem KURIER mit. In die Kämpfe auf der syrischen Seite mischt sich die israelische Armee nicht ein. Auch wenn sie sich direkt vor ihren Augen abspielen, wie bei der Einnahme einer Armeebasis bei Kuneitra durch Aufständische am Montag.

Armeeführung gespalten

Verwundete, die es bis zum Trennzaun schaffen, werden von israelischen Sanitätern versorgt. Vereinzelt wurden auch Schwerverwundete in israelische Krankenhäuser überführt. Die Armeeführung ist gespalten: Einige sind für strikte Neutralität und somit auch gegen humanitäre Hilfe. Vor allem die Offiziere vor Ort aber fordern, Verwundete und Kranke nicht abzuweisen.

Der Kommandeur des Nordabschnitts, Ya`ir Golan, hat bei der Hilfe auch die Zukunft im Auge. Die Soldaten von Präsident Beschar Assad verlieren auch auf dem Golan Raum. Gute Beziehungen zu den Aufständischen werden immer wichtiger.

Die aber sind alles andere als eine homogene Truppe. Es gibt keine zuverlässige Befehlszentrale. Die Zahl der Dschihadisten und Al-Kaeda-Kämpfer in den Reihen der Aufständischen soll auf über Tausend angestiegen sein: Unberechenbare Fanatiker, die ihre Gewehre auch auf andere Aufständische richten, wenn es ihnen passt. Disziplinlose Banden, die keinen Oberbefehl akzeptieren.

Während seines Israel-Besuchs vergangene Woche, nannte Präsident Obama klar den Namen Beschar Assads als Urheber des Blutvergießens in Syrien. Israels Premier Benjamin Netanjahu beließ es bei einer allgemeinen Verurteilung der blutigen Brüderkämpfe. Assad war ein erbitterter Feind Israels. Doch der Golan war unter ihm Israels ruhigste Grenze.

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