Streit um Oster-Feuerpause: Ukraine und Russland werfen sich Tausende Verstöße vor

Die ukrainische Armee meldete am Sonntag insgesamt fast 2.300 russische Verstöße seit dem Inkrafttreten der Feuerpause. Moskau warf Kiew wiederum fast 2.000 Verstöße dagegen vor.
Ein Mann mit Hund steht vor einem zerstörten Haus mit leeren Fensterhöhlen.

Die Ukraine und Russland haben sich gegenseitig Hunderte Verstöße gegen die von ihnen vereinbarte Feuerpause zum orthodoxen Osterfest vorgeworfen. Die ukrainische Armee meldete am Sonntag insgesamt fast 2.300 russische Verstöße seit dem Inkrafttreten der Feuerpause. Moskau warf Kiew wiederum fast 2.000 Verstöße dagegen vor. Bis Sonntagfrüh "um 7.00 Uhr wurden 2.299 russische Verstöße gegen die Feuerpause registriert", teilte der ukrainische Generalstab auf Facebook mit.

Es habe unter anderem 28 direkte russische Angriffe sowie 479 Bombenangriffe gegeben. Außerdem seien fast 1.792 Angriffe mit verschiedenen Drohnen gezählt worden. Angriffe mit Raketen, Lenkbomben und Drohnen iranischer Bauart vom Typ Shahed gab es demnach keine.

Das russische Verteidigungsministerium meldete seinerseits zahlreiche ukrainische Verstöße gegen die Waffenruhe seit ihrem Inkrafttreten. Zwischen 16.00 Uhr Moskauer Zeit am 11. April und 8.00 Uhr am 12. April seien "insgesamt 1.971 Verstöße gegen die Waffenruhe durch Einheiten der ukrainischen Streitkräfte verzeichnet" worden, berichtete die russische Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf das Ministerium.

Austausch von Kriegsgefangenen

Die zwischen beiden Seiten vereinbarte Feuerpause über das orthodoxe Osterfest war am Samstag um 16.00 Uhr Ortszeit (15.00 Uhr MESZ) in Kraft getreten und sollte nach Angaben des Kreml 32 Stunden lang bis Sonntagabend gelten. Kurz vor Beginn der Feuerpause hatten Russland und die Ukraine erneut Kriegsgefangene ausgetauscht. Wie die Behörden am Samstag mitteilten, ließen beide Seiten je 175 Soldaten frei.

Im vergangenen Jahr hatte Russland ebenfalls eine Feuerpause über Ostern verkündet. Beide Seiten beschuldigten sich anschließend, diese nicht eingehalten zu haben.

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