Ukraine will ihre Luftabwehr umbauen
Zusammenfassung
- Ukrainischer Geheimdienst nimmt Russen fest, der für die Tötung von neun ukrainischen Kriegsgefangenen verantwortlich sein soll.
- Präsident Selenskij warnt vor einem massiven, bevorstehenden russischen Angriff auf kritische Infrastruktur und ruft zur Wachsamkeit auf.
- Kiew plant den Umbau der Luftabwehr mit Fokus auf mobile Einheiten und Abfangdrohnen nach anhaltenden russischen Angriffen.
Nach wochenlangen, verheerenden russischen Luftangriffen auf Infrastruktur und Energieversorgung will Kiew seine Luftabwehr umbauen. Dabei werde großes Gewicht auf Abfangdrohnen gelegt, kündigte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij an.
Es gehe um einen neuen Ansatz, der mobile Einheiten, Abfangdrohnen und andere Abwehrmaßnahmen mit kurzer Reichweite umfasse. Federführend bei der Entwicklung solle Pawlo Jelisarow werden, der deswegen zum neuen stellvertretenden Befehlshaber der Luftwaffe ernannt wurde.
Der Präsident rief die Bevölkerung zu höchster Wachsamkeit auf: "Russland hat einen Angriff vorbereitet, einen massiven Schlag, und wartet auf den Moment, ihn auszuführen." Jede Region müsse bereit sein, so schnell wie möglich zu reagieren und den Menschen zu helfen. Bereits am Wochenende hatte Selenskij gewarnt, der ukrainische Geheimdienst habe festgestellt, dass Russland neue Angriffsziele auskundschafte. Im Fokus seien Ziele wie Umspannwerke, die Kernkraftwerke mit Strom versorgen.
Die Ukraine leidet noch immer unter den Folgen einer Welle russischer Angriffe von Anfang des Monats. Durch den Beschuss fielen in Tausenden Wohnblocks - vor allem in der Hauptstadt Kiew - Strom und Heizung aus.
Mörder ukrainischer Kriegsgefangener gefasst
Der Geheimdienst der Ukraine hat nach Angaben von Präsident Selenskij einen Russen gefangengenommen, der für die Tötung von neun ukrainischen Kriegsgefangenen verantwortlich sein soll. Die Tat habe sich im russischen Gebiet Kursk ereignet, sagte Selenskij in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew. "Wir werden jeden russischen Mörder finden, und jeder wird zur Rechenschaft gezogen werden", sagte er. Details nannte Selenskij nicht.
Er beauftragte aber den stellvertretenden Chef des Geheimdienstes SBU, Olexander Poklad, nähere Einzelheiten öffentlich zu machen. Unklar blieb der Zeitpunkt der Tat.
Selenskij sprach vom vergangenen Oktober. Wahrscheinlich ist aber Oktober 2024 gemeint, als ein solcher Fall ans Tageslicht kam. Ukrainische Truppen waren im Sommer 2024 in das westrussische Gebiet Kursk vorgedrungen. Die russische Armee wehrte diese Offensive bis zum Frühjahr 2025 ab. Nach Angaben des Institute for War and Peace Reporting (IWPR) vom Jänner kennt die Ukraine mehr als 330 Fälle, in denen ihre Soldaten bei der Gefangennahme durch russische Truppen getötet wurden.
Kommentare