Trump will 1 Milliarde Dollar für Sitz in Gaza-Friedensrat
Zusammenfassung
- Der von US-Präsident Trump initiierte Friedensrat für Gaza soll Verwaltung, Wiederaufbau und Entmilitarisierung des Gazastreifens übernehmen.
- Die Zusammensetzung des Gaza Executive Board stößt auf Kritik Israels, da wichtige Posten ohne Abstimmung mit Israel und unter Beteiligung von Kritikern Israels besetzt wurden.
- Berichte über eine Milliarde Dollar für einen Sitz im Friedensrat wurden vom Weißen Haus als irreführend zurückgewiesen; Trump soll erster Vorsitzender sein.
Der Friedensrat für Gaza (Board of Peace) ist ein von den USA, konkret von US-Präsident Donald Trump, initiierter internationaler Übergangsrat. Er soll die Verwaltung, den Wiederaufbau und die Stabilisierung des Gazastreifens nach dem Krieg übernehmen und eine neue palästinensische Technokratenregierung beaufsichtigen. Gleichzeitig soll er eine multinationale Friedenstruppe organisieren und die Entmilitarisierung der Hamas sicherstellen.
Einige Mitglieder stehen fest (siehe Infobox), mehrere Staats- und Regierungschefs wurden von Trump eingeladen: darunter türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan, Ägyptens Staatschef Abdel Fattah al-Sisi oder Argentiniens Präsident Javier Milei.
Bericht: Eine Milliarde Dollar für Sitz
Von teilnehmenden Staaten hätte US-Präsident Trump gern eine Milliarde Dollar für einen Sitz im "Friedensrat", berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Samstag unter Berufung auf einen Charta-Entwurf.
Das Weiße Haus nannte dies "irreführend". Es gebe keine Mindestgebühr für die Mitgliedschaft - sondern "dies bietet lediglich Partnerländern eine dauerhafte Mitgliedschaft, die sich nachdrücklich zu Frieden, Sicherheit und Wohlstand bekennen". Das teilte das Weiße Haus auf der Online-Plattform X mit. Der Entwurf der Charta sieht drei Jahre reguläre Mitgliedschaft vor, diese kann vom Vorsitzenden aber verlängert werden.
Vorsitz:
- US‑Präsident Donald Trump
Mitglieder laut Mitteilung des Weißen Hauses
- Marco Rubio, US‑Außenminister
- Tony Blair, früherer britischer Premierminister
- Jared Kushner, Schwiegersohn Trumps und Berater im Nahost‑Team
- Marc Rowan, CEO von Apollo Global Management
- Ajay Banga, Präsident der Weltbank
- Robert Gabriel, Trump‑Berater (National Security Deputy)
- Steve Witkoff, Trumps Sondergesandter für den Nahen Osten
Hoher Repräsentant für Gaza
- Nikolaj Mladenow, früherer UN‑Sondergesandter für den Nahost‑Friedensprozess: Er soll die Umsetzung des Gaza‑Plans vor Ort überwachen.
"Gaza Executive Board" – unterstelltes Exekutivgremium
Mitglieder:
- Steve Witkoff
- Jared Kushner
- Nikolaj Mladenow
- Tony Blair
- Hakan Fidan, türkischer Außenminister
- Ali Thawadi, katarischer Spitzendiplomat
- Hassan Rashad, ägyptischer Geheimdienstchef
Israel verärgert
Ein Teil des Friedensrates ist das sogenannte "Gaza Executive Board". Hier stößt sich Israel an der Besetzung durch das Weiße Haus. Die Ankündigung zur Zusammensetzung dieses wichtigen internationalen Aufsichtsgremiums für den Gazastreifen sei "nicht mit Israel abgestimmt und widerspricht dessen Politik", heißt es in einer Stellungnahme des Büros von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu. Ein US-Beamter merkte dazu an, dass Netanjahu kein Mitspracherecht habe.
Prominente Rolle für Kritiker Israels
Netanjahu stößt sich offenbar daran, dass dem Gremium der türkische Außenminister Hakan Fidan und der ranghohe katarische Diplomat Ali Thawadi angehören. Die Türkei und Katar hatten Israels Krieg im Gazastreifen gegen die islamistische Palästinenserorganisation Hamas scharf kritisiert.
Technisch ist der Gaza-Exekutivrat sowie ein weiteres Exekutivkomitee dem "Friedensrat" unterstellt.
US-Beamter: "Das ist unsere Show"
Auf Netanjahus Einwände angesprochen, sagte ein ranghoher US-Beamter der US-Nachrichtenseite "Axios": "Das ist unsere Show, nicht seine Show. Wir haben in den vergangenen Monaten in Gaza Dinge erreicht, die niemand für möglich gehalten hätte, und wir werden weitermachen." Netanjahu sei nicht zur personellen Besetzung des Exekutivgremiums konsultiert worden, weil er in dieser Angelegenheit kein Mitspracherecht habe. "Er soll sich auf den Iran konzentrieren und uns Gaza überlassen. Wir werden uns nicht mit ihm streiten."
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