© APA/AFP/ANTHONY WALLACE

Politik Ausland
08/04/2019

Tausende demonstrieren trotz Chinas Warnungen wieder in Hongkong

Mehr als 20 Menschen wurden nach Polizeiangaben festgenommen.

Trotz Warnungen der chinesischen Regierung sind in Hongkong erneut tausende Menschen gegen die pekingtreue Führung der chinesischen Sonderverwaltungszone auf die Straße gegangen. Die Protestbewegung hielt am Sonntag zwei Demonstrationen in den Stadtteilen Tseung Kwan O und Kennedy Town ab. Die chinesische Regierung verschärfte den Ton und bezeichnete die Demonstranten als "hässliche Kräfte".

"Die Zentralregierung wird nicht untätig zusehen und diese Situation fortdauern lassen", zitierte die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua die Regierung in Peking.

Dem Aktivismus der Hongkonger taten die Warnungen keinen Abbruch. Die Demonstration in Kennedy Town fand unweit der chinesischen Vertretung statt, wo vor zwei Wochen eine Konfrontation zwischen Polizei und einer Gruppe gewaltbereiter Demonstranten eskaliert war.

In den vergangenen beiden Wochen hat die Gewalt auf Seiten von Demonstranten und Polizei zugenommen. Erst am Samstag hatte die Polizei bei Protesten im bei Touristen beliebten Stadtteil Tsim Sha Tsui erneut Tränengas und Schlagstöcke gegen Demonstranten eingesetzt. Mehr als 20 Menschen wurden nach Polizeiangaben festgenommen.

Die seit zwei Monaten andauernden Proteste in Hongkong waren durch ein später zurückgezogenes Auslieferungsgesetz ausgelöst worden, das die Überstellung von Verdächtigen an das chinesische Festland erlaubt hätte. Später weiteten sich die Proteste zu einer Bewegung gegen den wachsenden Einfluss Pekings in Hongkong aus. Die Demonstranten fordern den Rücktritt von Regierungschefin Carrie Lam und demokratische Reformen.