Politik | Ausland
07.06.2014

Taliban sollen US-Soldaten in Käfig gefangen haben

Der jüngst freigekommene Bowe Bergdahl dürfte in Afghanistan misshandelt worden sein.

Der vor einer Woche freigekommene US-Soldat Bowe Bergdahl ist laut CNN während seiner fünfjährigen Gefangenschaft durch die Taliban misshandelt worden. Er leide an einem seelischen Trauma, hieß es unter Berufung auf einen ranghohen US-Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte.

Bergdahl war im Austausch für fünf Terrorverdächtige aus dem Gefangenenlager Guantanamo Bay in Freiheit entlassen worden. Seitdem wird er im Landstuhl Regional Medical Centre in Deutschland, dem größten US-Krankenhaus außerhalb der USA, medizinisch und psychologisch behandelt. Bergdahl habe während seiner Gefangenschaft versucht zu fliehen, sei aber gefasst und anschließend in eine Art Käfig gesperrt worden, berichtete CNN.

Der Gefangenenaustausch hatte in den USA eine Kontroverse ausgelöst - auch weil Kameraden Bergdahl vorwerfen, er sei ein Deserteur. Die US-Regierung hat bereits angekündigt, die Vorwürfe prüfen zu wollen.

PräsidentBarack Obama war zudem kritisiert worden, den Austausch ohne Rücksprache mit dem Kongress veranlasst zu haben. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hatte die Aktion kürzlich in einem Interview mit der Aussage verteidigt, es habe Gefahr für Leib und Leben des Soldaten bestanden. Diese Argumentation werde durch die neuesten Informationen über den Zustand Bergdahls gestützt, schrieb CNN.

Am Freitag hatte das behandelnde Militärkrankenhaus mitgeteilt, es gehe dem Soldaten von Tag zu Tag besser. Sein Zustand sei stabil, es gebe Anzeichen der Besserung Der 28-Jährige sei aber noch nicht bereit für eine Rückkehr in die USA.