Politik | Ausland
11.04.2017

Syrien: Türkische Tests bestätigen Einsatz von Giftgas

Beim Angriff wurde das Nervengas Sarin eingesetzt. Russland verlangt eine Untersuchung durch die UNO.

Bei dem Angriff im syrischen Khan Sheikhoun ist nach Angaben der Türkei tatsächlich das Nervengas Sarin eingesetzt worden. Eine Analyse von Blut- und Urinproben von Opfern, die nach dem Angriff in die Türkei gebracht worden waren, habe bestätigt, dass Sarin eingesetzt worden sei, sagte der türkische Gesundheitsminister Recep Akdag am Dienstag laut der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu.

Bei dem Angriff in der Kleinstadt in der nordwestlichen Provinz Idlib waren 87 Menschen getötet worden. Die Türkei macht ebenso wie die USA und andere westliche Staaten den syrischen Machthaber Bashar al-Assad für den Angriff verantwortlich. Die Regierung in Damaskus und Russland dagegen geben den Rebellen die Schuld. Demnach wurde bei dem Luftangriff ein Lager der Aufständischen mit Giftgas getroffen.

Russland verlangt Untersuchung

Russland will eine offizielle Untersuchung der Vereinten Nationen in Den Haag zum mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien. "Wir gehen davon aus, dass derartiges Vorgehen offiziell geklärt werden soll", sagte Kremlchef Wladimir Putin der Agentur Interfax zufolge am Dienstag in Moskau.

Bei dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Khan Sheikhoun in der Provinz Idlib waren am Dienstag mehr als 80 Menschen getötet worden. Die syrische Regierung bestreitet, Giftgas eingesetzt zu haben. Als Reaktion hatten die US-Streitkräfte in der Nacht zum Freitag den Luftwaffenstützpunkt bombardiert, von dem der Angriff ausgegangen sein soll.

Nach Darstellung des russischen Verteidigungsministeriums hat die syrische Luftwaffe bei dem Angriff auf die von Rebellen kontrollierte Stadt eine Chemiewaffenfabrik getroffen. Moskau ist der wichtigste Verbündete des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad.

"Wir haben Informationen aus unterschiedlichen Quellen, dass weitere Provokationen - ich kann sie nicht anders nennen - vorbereitet werden", sagte Putin. Unter anderem gebe es Pläne, in Vororten von Damaskus Substanzen abzuwerfen und die syrische Regierung zu beschuldigen, sagte er.

In Den Haag sitzt die Organisation für das Verbot chemischer Waffen. Sie überwacht ein internationales Übereinkommen, das die Entwicklung, die Herstellung, den Besitz sowie die Weitergabe und den Einsatz chemischer Waffen verbietet.