Syrische Truppen

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Politik Ausland
08/20/2019

Syrien: Dschihadisten ziehen sich aus Chan Scheichun zurück

Nach dem Rückzug soll sich das Gebiet nun unter Kontrolle der Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad befinden.

Nach einer Offensive der syrischen Regierungstruppen haben sich Dschihadisten und Rebellengruppen aus der Stadt Chan Scheichun im Nordwesten Syriens zurückgezogen. Die Kämpfer hätten in der Nacht zum Dienstag damit begonnen, den strategisch wichtigen Ort in der Provinz Idlib und Gebiete in der Nachbarprovinz Hama zu verlassen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Nach dem Rückzug der Aufständischen sei das Gebiet rund um einen südlich von Chan Scheichun gelegenen Beobachtungsposten der Türkei nun unter Kontrolle der Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Am Montag war ein türkischer Militärkonvoi, der offenbar auf dem Weg nach Chan Scheichun war, nach Angaben der Beobachtungsstelle von syrischen und russischen Militärjets angegriffen worden.

Probleme mit den Quellen

Die in Großbritannien ansässige Organisation baut auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Giftgasangriff 2017

Regierungstreue Truppen waren am Sonntag erstmals seit fünf Jahren in Chan Scheichun eingedrungen. Die Stadt liegt an einer Hauptverkehrsstraße in der Rebellenbastion Idlib. Sie verbindet die Hauptstadt Damaskus mit der Stadt Aleppo, die seit 2016 wieder unter Regierungskontrolle ist. International bekannt ist Chan Scheichun wegen eines Angriffs mit dem Giftgas Sarin, bei dem im April 2017 mehr als 80 Menschen starben. Die UNO machte Regierungstruppen für den Angriff verantwortlich.

400.000 Menschen vertrieben

In Idlib und angrenzenden Regionen gilt seit vergangenem September eigentlich eine Waffenruhe. Assads Truppen und ihr Verbündeter Russland gehen seit Ende April aber wieder verstärkt gegen die Rebellen und Dschihadisten vor. Dabei wurden laut Beobachtungsstelle bereits mehr als 860 Zivilisten getötet.

Etwa 400.000 Menschen wurden nach UN-Angaben durch die Kämpfe vertrieben.