Politik | Ausland
02.04.2018

Südkoreanisches Popkonzert: Kim Jong-un soll "tief bewegt" sein

Der Diktator sagte nach einem Konzert in Pjöngjang, dieses habe das "Verständnis" für Südkoreas Kultur in seinem Land vertieft.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat sich "tief bewegt" über das Konzert südkoreanischer Künstler in Pjöngjang gezeigt. Kim habe den Künstlern nach dem Konzert die Hände geschüttelt und seine "tiefe Dankbarkeit" zum Ausdruck gebracht, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Montag. Es habe ihn "tief bewegt" zu sehen, dass den Zuschauern das Konzert "aufrichtig" gefallen habe.

Es habe zudem das "Verständnis" für südkoreanischer Popkultur in Nordkorea vertieft. Der Diktator dankte den südkoreanischen Künstlern sogar dafür, dass sie einen "Frühling des Friedens" eingeläutet hätten. Kim ist der erste nordkoreanische Machthaber, der ein Konzert südkoreanischer Künstler besucht hat. Er war am Sonntag zusammen mit seiner Frau, einer früheren Sängerin, im voll besetzten Großen Theater von Pjöngjang erschienen. Nach dem Konzert schüttelte er hinter der Bühne den südkoreanischen Stars die Hände und posierte für Fotos mit ihnen. Es war der erste derartige Auftritt in Pjöngjang seit mehr als zehn Jahren.

K-Pop-Stars in politischer Mission

An den insgesamt zwei Konzerten in Pjöngjang nehmen Stars wie Cho Yong-pil und Choi Jin-hee, die K-Pop-Gruppe Red Velvet und Seohyun, ein ehemaliges Mitglied der bekannten K-Pop-Band Girls' Generation, teil. Die gesamte Delegation aus Südkorea, der auch Tänzer, Techniker und Kampfsportler angehören, umfasst 120 Mitglieder. Das zweite Konzert soll am Dienstag stattfinden.

Während der Olympischen Winterspiele im Februar waren 140 Mitglieder des nordkoreanischen Samjiyon-Orchesters in Südkorea aufgetreten und dort auf enormes Interesse gestoßen. Der bisher letzte Auftritt südkoreanischer Künstler in Nordkorea fand im Jahr 2007 statt. Die beiden Nachbarländer befinden sich formell noch im Kriegszustand.

Tauwetter

Südkorea und die USA begannen am Tag des Konzerts ihre jährliche Militärübung "Foal Eagle". An dem Manöver nehmen rund 11.500 US-Soldaten und 290.000 südkoreanische Soldaten teil, wie die Regierung in Seoul mitteilte. Die nordkoreanische Regierung wertet die gemeinsamen Militärmanöver Südkoreas mit den USA normalerweise als Provokation. In den vergangenen Wochen hat sich Pjöngjang jedoch kaum zu dem Thema geäußert.

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe bestätigte unterdessen am Montag, Mitte April mit US-Präsident Donald Trump über das umstrittene Atom-und Raketenprogramm Nordkoreas beraten zu wollen. Er werde sich vom 17. bis 20. April im US-Staat Florida aufhalten, sagte Abe. Mit Blick auf das für Ende Mai geplante Treffen zwischen Trump und Kim sagte Abe, man müsse auf Nordkorea weiter Druck ausüben, um die atomare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel voranzubringen: "Gespräche um der Gespräche willen zu führen, hat keinen Sinn."