Politik | Ausland
15.07.2018

Schiffe mit 450 Migranten warten vor Sizilien auf Anweisungen

Die Migranten an Bord sollen von Frankreich, Malta und anderen europäischen Ländern aufgenommen werden.

Die beiden Schiffe der italienischen Marine, die am Samstag 450 Migranten aus Libyen an Bord genommen hatten, warten unweit der Insel Linosa südlich von Sizilien auf Anweisungen. Die Migranten an Bord sollen von Frankreich, Malta und anderen europäischen Ländern aufgenommen werden, gab der italienische Premier Giuseppe Conte bekannt.

Ärzte untersuchten die Migranten an Bord der beiden Schiffe. Unter den Flüchtlingen befinden sich mehrere Minderjährige. Acht Migranten mussten am Samstag wegen ihres schlechten Zustands nach Lampedusa gebracht werden.

Salvini: "Erwarte von EU-Ländern Unterstützung"

"Ich erwarte von den EU-Ländern konkrete Unterstützung", sagte Innenminister Matteo Salvini. Italien sei nicht mehr bereit, weitere Migranten aufzunehmen, wenn die anderen EU-Partner nicht an der Umverteilung aktiv teilnehmen würden. "Keine Worte, sondern Taten. Italien braucht Ressourcen und aktive Unterstützung im Kampf gegen den Menschenhandel", betonte Salvini.

In einem Interview mit der Mailänder Tageszeitung Corriere della Sera dementierte Salvini Differenzen mit der Fünf-Sterne-Bewegung im Umgang mit der Flüchtlingsproblematik. Die Regierung sei in dieser Frage geschlossen. Sie wolle nicht nur den Menschenhandel bekämpfen, sondern auch mit Kooperationshilfe die Basis für Entwicklung in Libyen schaffen.