Politik | Ausland
25.07.2017

Russland-Affäre: Nächste Anhörung für Kushner

Jared Kushner hat bei einer Anhörung am Montag bereits vier Anlässe offengelegt. Russland-Affäre erreicht damit den engsten Kreis um den US-Präsidenten.

Jared Kushner, Berater und Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, steht heute den zweiten Tag hintereinander wegen seiner Russland-Kontakte dem US-Kongress Rede und Antwort. Nachdem Kushner (36) am Montag vor einem Komitee des Senats geheime Absprachen mit Vertretern Moskaus abgestritten hatte, wird er diese Strategie nun aller Voraussicht nach vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses verfolgen - erneut hinter geschlossenen Türen.

Präsidenten-Berater gab vier Treffen zu

Kushner hatte vor einem Senatsausschuss vier Anlässe offengelegt, bei denen er mit russischen Vertretern Kontakt hatte. "Alle meine Handlungen waren korrekt und geschahen im normalen Verlauf der Ereignisse eines sehr einzigartigen Wahlkampfes", sagte er.

Er habe mit keiner ausländischen Regierung konspiriert. Er wisse auch von niemandem aus Trumps Wahlkampflager, der dies getan habe. Kushner sagte, Trump habe die Wahl gewonnen, weil er den besseren Wahlkampf geführt und die bessere Botschaft gehabt habe. Jeder, der anderes behaupte, verhöhne Trumps Wähler.

Einflussreich und Öffentlichkeitsscheu

Kushner ist mit Trumps Tochter Ivanka verheiratet. Er galt schon im Wahlkampf als einer der wichtigsten Berater des Republikaners. Im Weißen Haus agiert er als einflussreicher Mann im Hintergrund, der die Öffentlichkeit meist scheut.

Russland-Affäre erreicht engsten Kreis um Präsidenten

Es war die erste öffentliche Erklärung des 36-Jährigen zu seinen Kontakten während des Wahlkampfes und darüber hinaus. Für Trump ist die Rolle seines Schwiegersohnes in der Russland-Affäre heikel, weil einer seiner engsten Vertrauten unter Druck steht.

Kushner rückte zuletzt wieder verstärkt in den Fokus, nachdem ein Treffen mit einer russischen Anwältin bekannt geworden war. An diesem hatten der älteste Sohn des heutigen Präsidenten, Donald Trump Jr., Kushner und der ehemalige Wahlkampfchef Paul Manafort teilgenommen.

Trump Jr. hatte dem Treffen eingewilligt, weil ihm kompromittierendes Material über die Konkurrentin seines Vaters, die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, versprochen worden war. In einer E-Mail an ihn ist von einem Versuch der russischen Regierung die Rede, dem älteren Trump zu helfen. Dies gilt als bisher deutlichstes Indiz, dass Mitglieder aus Trumps Wahlkampflager bereit gewesen sein könnten, mit Russland zusammenzuarbeiten.

US-Geheimdienste beschuldigen den Kreml seit längerem, sich gezielt in den Wahlkampf eingemischt zu haben, um Trump zu helfen und Clinton zu schaden. Ein Sonderermittler und mehrere Kongressausschüsse untersuchen, ob es Absprachen zwischen Trumps Lager und Moskau gab.